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Zweites Buch. Die Gegner.
alle diese antagonistischen Interessen vereinigt ] ). Unter der be
stehenden Ordnung stehen diese Interessen sich fast stets schroff
gegenüber, weil sie nach Klassen geschieden sind: in einer einzigen
Person vereinigt, wird der Gegensatz sich durch „Verschmelzung“
auflösen, wie die Juristen sagen, oder er würde wenigstens in das
Innenleben eines jeden verpflanzt werden, wo sich wohl oder übel
eine vollständige Aussöhnung vollziehen muß.
Dieses Programm, das nicht auf die Abschaffung des Eigentums,
sondern im Gegenteil auf die des Lohnes durch den Erwerb eines
gemeinsamen und allgemeinen Eigentums ahzielt, das als Hilfsmittel
nicht den Klassenkampf, sondern die Assoziation der Intelligenz, der
Arbeit und des Kapitals annimmt, das die entgegengesetzten Inter
essen des Kapitalisten und des Arbeiters, des Produzenten und des
Verbrauchers, des Gläubigers und des Schuldners zu vereinigen sucht,
indem es alle diese Interessen in die gleiche Person verlegt, — dieses
Programm ist sicherlich keine mittelmäßige Leistung. Während
des ganzen 19. Jahrhunderts ist es das Ideal der Arbeiterklasse,
wenigstens in Frankreich, bis zu dem Tage, an dem der marxistische
Kollektivismus es zurückdrängte, — wahrscheinlich aber keines
wegs auf immer. Das Programm, das heute die radikal-sozialistische
Partei in Frankreich in allen ihren Wahlaufrufen (Jarlegt, und
durch das sie sich zu der sozialistischen Partei in Gegensatz zu
stellen sucht, kann in folgender Formel zusammengefaßt werden:
Aufrechterhaltung und Ausbreitung des Privateigentums, aber Äb-
') Das System der Vollgenossenschaft nach Fourier, die gleichzeitig Konsum-
und Produktivgenossenschaft ist, hat sich im geschichtlichen Verlauf nicht verwirklicht;
seine Hauptkomponenten führen als Teilgenossenschaften ihr selbständiges Leben.
Auf der einen Seite sehen wir Produktivgenossenschaften, die aber keineswegs
den Zweck haben, die Erzeugnisse ihrer Produktion zu verzehren; sie erzeugen sie
nur für den Verkauf, um daran zu verdienen. Auf der anderen Seite die Konsum
genossenschaften, die bezwecken, ihren Mitgliedern gewisse soziale Vorteile zu ver
schaffen, besonders den, eine bessere Lebenshaltung führen zu können, die aber bisher
sich nicht damit beschäftigt haben, das zu produzieren, was sie verbrauchen.
Dort freilich, wo die Konsumgenossenschaften machtvoll organisiert sind, haupt
sächlich in England, fangen viele an, einen Teil dessen, was sie verbrauchen, selbst
zu produzieren — einige unter ihnen haben sogar kleine Landgüter zu diesem
Zweck; — doch sind die Arbeiter, die sie beschäftigen, meistenteils nicht Mitglieder
der Gesellschaft oder sind doch in solcher Minderzahl, daß sie sich in nichts von den
Angestellten irgendeines Unternehmens unterscheiden.
Es ist auch leicht zu verstehen, wie schwierig sich die Gruppierung einer
Anzahl Menschen gestalten muß, die die zum Bestehen der Assoziation unbedingt
nötige Bedingung erfüllt, alles das, dessen sie bedarf, vorteilhafter herzustellen, als
der Markt es liefern kann; mit einem Wort, inmitten des großen wirtschaftlichen
Milieus einen kleinen, fest abgeschlossenen selbständigen Kreis zu schaffen.
Sogar unter den, in entfernten Gegenden gegründeten Kolonien findet man kein
Beispiel einer selbständigen, lebensfähigen Vollgenossenschaft.