Full text : Die Kommunalbesteuerung in Italien

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Sie  begegnet  hiernach  in  Mittelitalien  verhältnismäßig  am  häufigsten
(866  von  909  Gemeinden),  dann  folgen  die  Inseln,  hierauf  Süd-  und
an  letzter  Stelle  Norditalien  J ).
5.  Was  die  Provinzhauptorte  anlangt,  so  wurde  die  Steuer
i.  J.  1907  erhoben:  in  Norditalien  in  22  von  30  (nicht  in:  Novara,
Turin,  Genua,  Bergamo,  Mailand,  Eovigo,  Yerona,  Piacenza),  in  Mittelitalien ­
  in  allen  (14),  in  Süditalien  in  12  von  16  (nicht  in:  Caserta,
Neapel,  Oosenza,  Reggio  Calabria)  und  auf  den  Inseln  in  3  von  9
(nicht  in:  Caltanissetta,  Catania,  Girgenti,  Palermo,  Sirakus,  Cagliari).
Da  nach  1907  auch  Genua,  Mailand,  und  Bergamo  die  Familiensteuer
eingeführt  haben,  so  wird  sie  nunmehr  in  fast  allen  größeren  Städten
der  wirtschaftlich  entwickelteren  Teile  Italiens  erhoben.
Die  Bedeutung  der  Pamiliensteuer  für  die  Gemeindefinanzen  ist
im  Steigen  begriffen.  Die  Zahl  der  Gemeinden,  die  sie  in  den  letzten
Jahrzehnten  eingeführt  haben,  hat  sich  von  4851  (von  8259  Gemeinden
insgesamt)  i.  J.  1882  auf  5598  (von  8283  insgesamt)  i.  J.  1907  erhöht.
Bemerkenswert  für  die  Entwicklung  der  Steuer  in  den  letzten  Jahren
ist  namentlich  ihr  Einzug  in  die  großen  Städte,  die  gegen  ihre  Einführung ­
  sich  immer  energisch  gesträubt  haben 1  2 ).  So  ist  die  Zahl  der
Provinzhauptorte,  die  sie  erheben,  von  36  i.  J.  1882  auf  51  i.  J.  1907
gestiegen.  Seitdem  sind  noch  die  oben  genannten  drei  Orte  hinzugekommen. ­
  In  den  Großstädten  (mit  über  100000  Einw.)  wird  sie
nicht  erhoben  in  Neapel,  Palermo,  Catania  und  Turin.  Von  den  Gemeinden ­
  mit  über  30000  Einw.  (nach  der  Volkszählung  von  1901)
hatten  i.  J.  1907  53  von  86  sie  angewendet.
3.  Mit  der  steigenden  Zahl  der  Gemeinden,  welche  die  Familiensteuer ­
  eingeführt  haben,  hängt  zum  Teil  die  verhältnismäßig  sehr
starke  Mehrung  ihres  Erträgnisses  zusammen.  Der  Ertrag  ist,  wie

1  (35)  auf  Massa  Carrara,  1  (36)  auf  Siena;  in  den  Provinzen  Grosseto,  Livorno,
Lucca  und  Pisa  ist  die  Familiensteuer  in  allen  Gemeinden  eingeffihrt.
*)  Hingegen  ist  die  Mietsteuer  im  Norden  am  häufigsten,  während  sie  in
Mittelitalien,  eben  weil  hier  die  Pamiliensteuer  vorherrscht,  nur  selten  vorkommt.
Siehe  Mietsteuer.
2 )  Den  Grund  für  das  passive  Verhalten  der  größeren  und  großen  Städte  gegen
die  Einführung  der  Familiensteuer  glaubte  man  (Kicca  Salerno  a.  a.  O.  S.  824)  dem
Umstande  zuschreiben  zu  müssen,  daß  ihnen  die  Provinzialreglements,  da  sie  nur
auf  die  kleineren  Gemeinden  zugeschnitten  seien,  ihre  Anwendung  erschwerten.
Doch  wird  man  dieser  Ansicht  nicht  beitreten  können.  Die  Provinzialreglements
sind  inhaltlich  derart  vag  gefaßt,  daß  sie  den  Gemeinden  bezüglich  der  Durchführung ­
  der  Familiensteuer  sehr  große  Bewegungsfreiheit  lassen  (vgl.  Cereseto
a.  a.  0.  Bd.  3,  S.  465).
            
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