Full text : Die Kommunalbesteuerung in Italien

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Für  einen  sehr  großen  Teil  der  Gemeinden  spielen  hiernach  die
Zuschläge  als  Einnahmequelle  eine  eminent  wichtige  Rolle:  über  4 / 10
aller  Gemeinden  bringen  die  Hälfte  und  mehr  ihrer  (ordentlichen)
Einnahmen  durch  Zuschläge  auf.  Auch  hier  zeigt  sich  wieder  ein
scharfer  Gegensatz  zwischen  dem  nördlichen  und  den  anderen  Landesteilen. ­
  Während  im  ersteren  über  die  Hälfte  (57,2  %)  aller  Gemeinden ­
  auf  die  bezeichnete  Gruppe  entfallen,  sind  es  im  übrigen
Italien  noch  nicht  1 / 5  (18,9  °/ 0 ).  Jener  Gegensatz  tritt  noch  prägnanter ­
  hervor,  wenn  wir  die  Zahl  der  Gemeinden  ins  Auge  fassen,
hei  denen  die  Zuschläge  s / 4  und  mehr  der  Gesamteinnahmen  ausmachen. ­
  In  Norditalien  kommen  auf  diese  Gruppe  14,4  %  (692)  aller
Gemeinden  gegenüber  von  nur  0,7  %  (26)  im  übrigen  Italien.  Da
seit  1907,  wie  oben  näher  dargetan,  die  Belastung  des  Immobiliarbesitzes ­
  mit  Gemeindezuschlägen  gerade  in  Norditalien  in  außerordentlich ­
  starkem  Maße  fortgeschritten  ist,  so  hat  sich  seitdem  jener  hier
in  Rede  stehende  Gegensatz  zwischen  dem  Norden  und  dem  Süden
(einschließlich  Inseln)  offenbar  noch  schärfer  herausgebildet.  Auch
hier  ist  somit  unser  Ergebnis,  daß  in  Norditalien  die  Finanz  Wirtschaft
der  Gemeinden  im  großen  und  ganzen  weit  mehr  auf  Zuschlägen
basiert  ist  als  in  den  übrigen,  namentlich  südlichen  Teilen  Italiens.
Dieser  Gegensatz  erklärt  sich  wohl  zu  nicht  geringem  Teile  daraus,
daß  in  Norditalien  die  Zahl  der  kleinen  ländlichen  Gemeinden  relativ
sehr  groß  ist.  Auf  die  Besteuerung  des  Grundbesitzes  in  Form  der
Erhebung  von  Zuschlägen  sind  naturgemäß  die  kleinen  Gemeinden,
denen  andere  Einnahmequellen  nur  in  sehr  beschränktem  Maße  zur
Verfügung  stehen,  in  erster  Linie  angewiesen.  In  der  Tat,  jene
718  Gemeinden,  die  über  74%  ihrer  Gesamteinnahmen  i.  J.  1907
durch  Zuschläge  deckten,  sind  fast  ausnahmslos  ganz  kleine  Gemeinwesen, ­
  meistens,  wie  die  Statistik  ausweist,  mit  einer  Einwohnerzahl
von  unter  2000.  Wir  finden  ganz  kleine  Gemeinden,  deren  Finanzwirtschaft ­
  fast  ausschließlich  auf  der  Erhebung  von  Zuschlägen  beruht. ­
  Obenan  stehen:  Pianavia  (in  der  Provinz  Porto  Maurizio,
237  Einw.),  wo  die  Zuschläge  95  %  der  ordentlichen  Einnahmen  (i.  J.
1907)  ausmachten,  dann  folgen  Oantonale  (in  der  Provinz  Mailand,
137  Einw.)  mit  94  °/ 0 ,  Torba  (in  der  Provinz  Como,  211  Einw.)  mit
93  °/o>  Casargo  (in  Como,  525  Einw.)  mit  91  %  usw.
liehen  Statistik  für  1907  aufgestellt.  Bemerkt  sei,  daß  in  den  Berechnungen  der
staatliche  Oktroi  als  Einnahmequelle  der  Gemeinden  behandelt  worden  ist,  was  unrichtig ­
  ist,  doch  ist  der  hierdurch  bedingte  Unterschied  nicht  groß.
            
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