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bisher nur die reichen Classen sich beschaffen konnten, den mittleren Classen
zugänglich gemacht werden und daß das, was bisher für diese pekuniär
erreichbar war, jetzt auch den niederen Classen theilhaftig gemacht werde.
Das humanste aller Naturgesetze ist es, welches das Inter
esse der Consumen ten wahrt, indem es in den Mechanismus alles
Schaffens die Concurrenz einsetzte, als Sporn zum Fortschritte, als Druck
auf den Stillstand. Erst durch die Concurrenz empfängt die Industrie die
volle Weihe jenes Weltgesetzes, wenn sie den Exporthandel in den Stand
setzt, ihre Erzeugnisse in alle Länder einzuführen und alle Volksschichten
damit zu beglücken. Mag dies auch in Zwischenräumen der Art geschehen,
daß vorerst die Reichen und Wohlhabenden von der fortschrittlichen Industrie
versorgt werden, welche für den Reiz der Neuheit, für gediegene oder künst
lerische Ausführung ihrer Waaren die höchsten Preise von jenen erhält, so
tritt doch früher oder später die Concurrenz in ihre Rechte ein, unter deren
Druck die Waaren in geringerer Qualität zu allerniedrigsten Preisen ver
fertigt werden, um auch den Aermsten, entferntest Wohnenden zugeführt
werden zu können.
Wo Maschinen nicht in Anwendung kommen können, wo alle Arbeiten
von Menschenhänden verrichtet werden müssen, wie in der plastischen Spiel-
waaren-Fabrikation, da hat auch die materielle industrielle Arbeit ihre volle
humanitäre Berechtigung im Verkehrsleben. Ihre Erzeugnisse sind
im internationalen Güteraustausch Pioniere der Civilisation, wenn auch nur
ihrer Billigkeit halber. Mit einem Groß ordinärster Spielsachen gewinnt
der Missionär eine ganze Schaar Heiden für seine Lehre. Dem Negerweib
gefällt die allerordinärste Puppe, welche in Culturländern für häßlich be
funden wird, aber sie ist ihm immer noch zu theuer. Darum ist auch das
geflügelte Wort „billig und schlecht" — ein von Industrie und Handel
belächeltes, weil es von Unkenntnis; des Welthandels zeugt, der alle Menschen
ohne Unterschied des Bildungsgrades — die ärmsten natürlich billigst —
mit möglichst vielerlei Bedarfs- und Luxuswaaren versorgen soll.
Wenn freilich „billige und schlechte Waaren", welche von der
Industrie im Auftrage des Handels „für U n ci v i li si r t e" verfertigt werden,
von civilisirten Menschen gekauft werden, so trägt die Verantwortung weder die
Industrie noch der Handel, vielmehr trifft sie denjenigen Culturstaat, dem
die Geschmacklosen, Ungebildeten angehören, die solche Waaren ihrer Billig
keit wegen kaufen. Indem sie dies thun, vermehren sie den Absatz solcher
Waaren und damit den Materialismus in der Produktion. Bei der außer-