Full text: Organisation

HI. Das Führerproblem. 
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sein kommen, so würde man sich auch hier nicht nur in 
der Not (wie z. B. in der Revolutionsnot Bismarck) 
Führer holen und sich nicht mit dem resignierten Diplo 
maten trösten, der seinem Sohn versicherte) die Welt 
würde mit sehr wenig Weisheit regiert. 
Viel lernen für das Problem ließe sich aus den Ein 
richtungen der Kirchen, denn auch sie haben einen 
zwingenden Bedarf an Führern, die sie, besonders die 
katholische, in eigenen Seminarien heranbilden. Auch 
hier etwas Spezielles, nur nach der anderen Seite, 
der geistigen Führung, und damit eine Art Seitenstück 
zum Militär. Der Geistliche kann nicht befehlen, aber 
doch gelegentlich von der „Willensübertragung" wirk- 
sam Gebrauch machen; der Offizier führt in erster Linie 
auf Grund der Disziplin, wird sich aber durchaus nicht 
auf sie allein verlassen, zumal im Kriege. Systematisch 
ist auch die Ausbildung bei der Kirche, aber wiederum 
dadurch sehr einseitig daß sie lauter Führermaterial 
bekommt. Jedenfalls aber ist besonders der Pfarrer 
auf dem Lande in seinen mustergültigen Vertretern 
ein bedeutender Führertypus und alle Versuche, das 
gesamte Volk zu beeinflussen, bedienen sich ja auch 
seiner, wo er gehört wird und ihren Zwecken dienen 
will. 
In weit geringerem Grade gilt dies von der Beam 
tenschaft und der geläufige Ausdruck „Bürokratie" 
weckt sofort den Verdacht, daß hier das Prinzip der 
Aristagie wieder mehr in die Opposition gerät. Denn 
wenn keine Kratie gelten soll, dann natürlich auch diese 
nicht. Die Forderung, mehr zu führen und zu leiten, 
als zu herrschen (im engeren Sinn) ist hier noch unge 
nügend erfüllt und die Neigung groß, die Macht des
	        
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