Full text : Der Deutsche Post-Zeitungsgebührentarif

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Die  diesem  Prinzip  zugrunde  liegende  Auffassung  war
die,  daß  die  Zeitungen  einen  höhere,»  oder  geringeren  Beförderungs-
  usw.  Preis  ertragen  könnten,  je  nachden,  ihre
Bedeutung  für  die  Zwecke  der  Verleger  und  der  Bezieher,
d.  h.  ihr  Wertes  —  ausgedrückt  durch  den  Einkaufspreis  der
Zeitungen  —  größer  oder  kleiner  war.  Daß  der  Wert  und
die  Tragfähigkeit^)  der  Zeitungen  und  Zeitschriften  bei  der
Benlessung  der  Beförderungs-  usw.  Preise  von  der  Post
überhaupt  zum  Ausgangspunkte  von  Verschiedenheiten  genommen
wurden,  ist  insofern  erklärlich,  als  der  Zweck  der  Erzielung
größeren  Reinertrags  aus  dem  Zeitungsvertriebe  dadurch  gefördert ­
  wurde.')  Dabei  war  aber  der  Preis  der  Zeitungen
für  die  Technik  des  Vertriebs  und  dessen  Kosten  ohne  Belang.
Es  hätte  allenfalls  darauf  ankommen  können,  den  Vertrieb
geringwertiger  Zeitungen  durch  verhältnismäßig  niedrige  Befördernngspreise
  zu  begünstigen,  um  einen  Massenvertrieb  zu
erzielen  und  dadurch  auch  die  Transporteinrichtungen  besser
auszunützen  sowie  die  Selbstkosten  zu  mindern.  Allein  dieser
Rechtfertigungsgrnnd  konnte  um  die  Mitte  des  19.  Jahrhunderts
nicht  maßgebend  sein,  da  es  vamals  noch  an  billigen  Zeitungen
mit  Massenauflagen  fehlte.  Aber  selbst  wenn  es  hierauf
angekommen  wäre,  wenn  auch  in  dieser  Weise  volkswirtschaftlichen ­
  Interessen  Rechnung  getragen  worden  wäre,  so  hätte
doch  für  die  hochwertigen  Zeitungen  nicht  eine  absolut  viel
zu  hohe  Zeitungsgebühr  angesetzt  werden  dürfen.  Derartige
Zeitungen  besitzen  allerdings  eine  größere  Tragfähigkeit,  sie
können  wohl  einen  höheren  Beförderungs-  usw.  Preis  auf
sich  nehmen,  ohne  daß  ihre  Vertriebs-Fähigkeit  eine  Gefährdung
erleidet.  Dieser  Umstand  allein  war  jedoch  kein  berechtigter
und  angemessener  Anlaß,  bei  Festsetzung  der  Zeitungsgebühren
von  einer  öfteren  Abstufung  der  Wertverschiedenheit  in  größeren
Zwischenräumen  abzusehen.  Die  Zeitungsgebührcn  für  hochwertige ­
  Zeitungen  hätten  bei  dem  Tarif  nach  den,  Einkaufspreis

st  Neumann  S.  286.
st  Neumann  S.  288  ff.;  van  der  Borght  S.  136.
st  Nenmann  S.  290;  van  der  Borght  S.  135.
            
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