Full text : Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

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Kontentheorien.

übertragen,  gesammelt  und  auch  dieses  Konto  ohne  Gegen-Buchung
  saldiert.  Der  Gewinn  durch  Veräußerung  wurde  „kalkuliert“, ­
  nach  dessen  Einstellung  der  buchmäßige  Bestand  festgestellt, ­
  solange  eine  jährliche  Inventur  der  Bestände  nicht  erfolgte. ­
  Das  Kapital-Konto  des  Geschäftsinhabers  ist  als  dessen
Personenkonto  gedacht,  tritt  verhältnismäßig  früh  auf  (Penndorf,
a.  a.O.  S.  44,  52,  84);  es  nimmt  die  Gewinneinnahmen  rechts
(„Sollen  wir“,  später:  „Soll  haben“),  die  Verlustausgaben  links
unmittelbar  und  ohne  Zwischenbuchung  auf  (links:  „Soll  uns“);
später  werden  für  Unkosten,  Provisionen  usw.  besondere  Konten
errichtet,  die  wieder  unmittelbar  mit  dem  Kapital-Konto  abgeschlossen ­
  werden.  Die  Kapital-Konten  jener  Zeit  werden  mit
dem  Namen  des  Geschäftsherrn  bezeichnet  (Jacob  Fugger  [1516],
David  Gauger  [1589]);  sie  nehmen  Aktiva  und  Verluste  links,
die  Schulden,  die  Gewinne  und  das  Schlußkapital  rechts  auf;
«in  Gewinn-  und  Verlust-Konto  als  Zwischen-Konto  fehlt.
In  der  ursprünglichen  Auffassung  des  Kapital-Konto  als
Personenkonto  des  Geschäftsinhabers  in  den  Büchern  des  Unternehmens ­
  liegt  meiner  Ansicht  nach  die  historische  Wurzel  jenes
technischen  Kunstgriffes,  der  die  Systematik  der  Gegenrechnungen, ­
  die  Umkehrung  der  mathematischen  Vorzeichen  u.  a.  m„
den  heutigen  Buchführungsbeflissenen  erklären  soll.  Die  Gutschrift ­
  der  Gewinne  auf  der  rechten  Seite  (Sollen  wir,  d.  h.  die
Unternehmung)  und  die  Belastung  der  Verluste  auf  dem  Personenkonto ­
  des  Geschäftsherrn  als  Vermehrung  bzw.  Minderung
des  Anfangskapitals  ist  natürlich,  erklärt  sich  zwanglos  durch
die  Personifikation  der  Konten  überhaupt,  auch  aus  den  persönlichen ­
  Beziehungen  des  Geschäftsherrn  zum  Geschäftsbetrieb.
Das  Handlungsunkosten-Konto  wird  frühzeitig  geführt,  andere
Unkosten  werden  unmittelbar  vom  Kapital-Konto  abgeschrieben.
Die  neuzeitliche  Buchführung  der  Unternehmungen  spaltet  die
Konten  in  zahlreiche  Unterkonten,  die  Stellung  des  Gewinn-  und
Verlustkontos  und  seiner  Unterkonten  hat  sich  den  veränderten
Verhältnissen  angepaßt,  das  Bedürfnis  nach  analytischer  Zerlegung ­
  der  Geschäftskosten  ist  gewachsen,  die  Gewinnmöglichkeiten, ­
  ursprünglich  auf  Warengewinne  und  Darlehnszinsen  beschränkt, ­
  haben  sich  vermehrt.  Heute  werden  Gewinne  und
Verluste  kontenmäßig  nach  den  einzelnen  Quellen  zerlegt,  am
            
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