Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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positen  und  in  der  Zahlungsvermittlung  bestehen.  Zahlreiche  spekulative  Geschäfte ­
  und  der  enorme  Betrag  der  umlaufenden  Noten,  für  die  genügende
Deckungsmittel  nicht  vorhanden  waren,  führten  bereits  nach  kurzer  Zeit
zum  Ruin  der  Bank  und  zur  Erschütterung  des  gesamten  Geld-  und  Kreditwesens ­
  Frankreichs.
Wenige  Jahrzehnte  hatten  genügt,  die  trüben  Erfahrungen  mit  der  Lawschen
  Bank  vergessen  zu  machen.  1776  entstand  in  Paris  unter  dem  Namen
C  a  i  s  s  e  d’escompte  eine  neue  Bank,  die  2 / 3  des  aus  15  Millionen
Fr.  bestehenden  Kapitals  dem  Staat  leihen  sollte.  Dieses  Darlehen  machte
es  der  Bank  bereits  unmöglich,  ihre  Noten  gegen  bar  einzulösen.  1787
wurden,  gleichzeitig  mit  der  Erhöhung  des  Kapitals  auf  100  Mill.,  an  die
Regierung  70  Mill.  Fr.  zur  Sicherung  des  Notenumlaufs,  der  sich  damals
auf  98  Mill.  Fr.  belief,  gezahlt.  Die  Vorschüsse  wurden  immer  größer:  1790
hatte  die  Bank  an  den  Staat  eine  Forderung  von  400  Mill.  Fr.  Als  die
Bank  nicht  mehr  in  der  Lage  war,  ihre  Verpflichtungen  zu  erfüllen,  wurde
sie  sAugust  1793)  aufgelöst.
Die  darauf  ins  Leben  gerufenen  Banken  bestanden  nur  kurze  Zeit.  Sie
wurden  bald  von  anderen  Instituten  überragt  und  gingen  infolgedessen  in  die
im  Jahre  1800  gegründete  BankvonFrankreichauf  (siehe  diesen  Abschnitt).
Die  im  November  1852  mit  großen  Hoffnungen  von  den  Brüdern
Isaac  und  Emile  Pereire  ins  Leben  gerufene  Looißto  Generale
  de  Credit  Mobilier  —  gemeinhin  Credit  Mobilier
genannt  —  mußte  bereits  1867  in  Liquidation  treten*).
Aufgabe  dieses  Kreditinstitutes,  das  ein  Gegengewicht  gegen  die  übergroße
Macht  der  Banken  und  Bankiers,  insbesondere  des  Hauses  Rothschild,  sein
sollte,  war  u.  a.  „Zeichnung  und  Erwerbung  öffentlicher  Effekten,  Aktien  und
Obligationen  bei  den  verschiedenen  als  anonyme  Gesellschaften  konstituierten
industriellen  und  Kreditunternehmungen;  Emission  ihrer  eigenen  Obligationen;
Verkauf  oder  Verpfändung  aller  erworbenen  Effekten,  Aktien  und  Obligationen;
Submission  auf  alle  Anleihen".  Das  Kapital  betrug  60  Millionen  Ir.  und  ist
1866  verdoppelt  werden.  Die  Bank  wollte  für  die  Summe,  die  sie  in  Aktien  und
anderen  Effekten  angelegt  hatte,  eigene  Obligationen  ausgeben,  und  zwar  bis
zur  zehnfachen  Höhe  des  Stammkapitals,  also  bis  zu  600  Millionen  Fr.  Glücklicherweise ­
  ist  die  Obligationenausgabe  durch  den  Staat  verboten  worden.
Z  S  ch  r  i  f  t  t  u  m:  M.  A  y  c  a  r  d,  Llistoii«  du  Credit  Mobilier.  1862—1867.
Brüssel  1867.  I.  Plenge,  Gründung  und  Geschichte  des  Credit  Mobilier.
Tübingen  1903.
            
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