sein privates und öffentliches Leben in der französischen Hauptstadt
und seine besonders heitere und zuversichtliche Stimmung gerade in
diesen Wochen der schwersten Arbeit zu verdeutlichen!?:
Paris den 22 Nov. 1837
Liebe Caroline. Wir haben Dir seither nicht geschrieben, weil
wir erst die Audienz abwarten wollten. Seit 14 Tagen warteten wir
vergeblich auf eine Einladung und fürchteten schon die Sache
sey wieder in Vergessenheit gekommen, als vorgestern Abend eine
Einladung kam, mich für gestern Mittag halb ı2. Uhr zur
Audienz beim König in den Tuilerien einzufinden. Ich bin im
Ganzen sehr gut aufgenommen worden. Der König kam mir
entgegen, setzte mir denn einen Stuhl, lud mich ein zu sitzen u.
nach einigen Minuten war ich in voller Unterhaltung mit ihm be-
griffen. Er sprach von Deutschland, vorzüglich aber von Nord-
amerika u. über die deutschen Bauern in Pennsylvanien u. kam
dann auf meine Vorschläge, in welche er sich zwar nicht tief ein-
Leß, aber er versprach, sie zu prüfen u. mit den Ministern zu
sprechen, daß sie mit mir in Communication träten. Für das
erste Mal konnte ich kaum mehr erwarten. In der Hauptsache:
über die Nützlichkeit der Einführung eines Papiergeldes, ist er
mit mir einverstanden, nur fürchtet er, es dürfte hart halten, die
Vorurtheile welche von der Zeit der Assignaten her gegen die
Papiere in Frankreich besteht, zu überwinden, wogegen ich
meine vollkommene Überzeugung aussprach, daß ich glaube, daß
sich diese Vorurtheile überwinden ließen, was er gerne zu hören
schien. Sehr lieb war es mir, von ihm aus seinem eignen Munde
zu hören, daß der König von Belgien mich ihm empfohlen u.
ihm gesagt hätte, daß er mich achte u. ihn versichert hätte, daß
ich alles Zutrauen verdiene. Ich kann nicht anders denken als
daß ich einen Stein ins Brett bey ihm bekommen habe durch
diese Audienz, Er lachte u. scherzte u. war sehr freundlich u.
forderte mich dadurch heraus mich ganz ungenirt gegen ihn aus-
zusprechen. Es ward abwechselnd französisch, deutsch u. englisch
gesprochen, je nachdem von dem einen oder dem andern Lande
die Rede war. Besonders schienen ihm meine Ansichten über
Jackson & van Buren zu gefallen. Einstweilen habe ich durch
diese Audienz so viel gewonnen, daß ich bey allen Ministern Zu-
tritt habe, u. daß keiner mich schnöde abweisen oder oben her-
unter behandeln kann, da keiner weiß, welchen Stein ich beim
König im Brett habe. Bisher konnte ich gar keine Besuche bey
den Ministern machen, da ich nicht riskiren wollte, schlecht
aufgenommen zu werden. Ferner kann ich nun bey dem Herzog
von Orleans u. Madame zur Audienz kommen. Das ist Alles so
viel, als ich vernünftigerweise erwarten konnte. Daß ich nicht
mißbraucht werde, im Fall meine Vorschläge angenommen wer-
den, dafür ist mir der König von Belgien Bürge, dem ich offen
u. frey zur Bedingung gemacht habe, daß ich 20.000 Fr. Gehalt