Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

Grundlage  zur  Quantitätstheorie  gelegt,  die  Gegenstand  zahlreicher ­
  geldtheoretischer  Auseinandersetzungen  geworden  ist.
Der  englische  Philosoph  Locke  stellte  diesen  Gedanken,  die  Veränderung
des  Geldwertes  aus  der  Mengenvcränderung  zu  erklären,  auf  eine  breitere
wissenschaftliche  Grundlage  und  wurde  damit  der  Begründer  der  Q  u  antik ­
  ä  t  s  t  h  e  o  r  i  e,  die  besagte:  Durch  eine  Vermehrung  der
Edelmetalle  erfolgt  eine  mechanisch  und  automatisch
wirkende  Erhöhung  der  Preise.  In  dieser  priniitiven  Form,
die  die  Schwierigkeiten  des  Problems  noch  nicht  erkennt  und  den  Wert
des  Geldes  bestimmt  nach  dem  Verhältnis  der  Geldmenge  zur  Gütermenge, ­
  wird  die  Lehre  heute  als  naive  Ouantitätstheoric  bezeichnet. ­

Ihre  weitere  Ausbildung  erfuhr  die  Quantitätslehre  durch  David
Hume  (1752),  der  —  wie  auch  Petty,  Locke  und  Cantillon  —
erkannte,  daß  neben  der  Geldmenge  auch  die  Umlaufsgeschwindigk
  e  i  t  des  Geldes  von  Einfluß  auf  den  Geldwert  sei.  Nicht  nur  die  absolute
Geldmenge  komme  in  Betracht,  sondern  auch  die  Häufigkeit,  mit  der  mit
demselben  Geldstück  Warenumsätze  bewerkstelligt  werden.  Jede  Steigerung
der  Umlaufsgeschwindigkeit,  d.  h.  die  Schnelligkeit,  mit  der  das  Geld  in
den  Einzelwirtschaften  umläuft,  wirkt  wie  eine  Vermehrung,  jede  Verlangsamung ­
  wie  eine  Verminderung  der  umlaufenden  Geldmenge.  Die  q  u  a  n  -
titäts-theoretische  Grundgleichung  setzt  das  Produkt  aus  der  Geldmenge ­
  (Gj  und  der  Umlaufsgeschwindigkeit  (11)  gleich  dem  Produkt  der
umgesetzten  Gütermenge,  dem  Handelsvolumen  (H),  und  dem  Güterpreise
( ^' stIso:  GxU-^HxP
Die  beiden  Seiten  der  Gleichung  stellen  das  wertmäßige  Umsatzvolumen
der  Wirtschaft  von  zwei  Seiten  aus  dar:  von  der  Geld-  und  von  der
Güterseite.  Eine  Preisänderung  ist  das  Ergebnis  von  Änderungen  der
anderen  drei  Faktoren:  von  Geldmengen-  und  Gütermengenveränderungen
und  der  Umlaufsgeschwindigkeit.  Eine  vergrößerte  Geldmenge  kann  in  ihrer
Wirkung  auf  die  Preise  durch  eine  Verringerung  der  Umlaufsgeschwindigkeit ­
  kompensiert  oder  überkompensiert  werden.  Dasselbe  gilt  natürlich  auch
umgekehrt.
In  normalen  Zeiten  hält  jeder  einen  mehr  oder  weniger  großen  Kassenbestand, ­
  um  dafür  in  nächster  Zeit  Käufe  zu  tätigen  oder  Dienstleistungen

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