Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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5. Deutsche Rentenbank 
Als Währungsbank wurde — bis zur Wiederherstellung der Gold- 
Währung — am 15. Oktober 1923 die Deutsche Rentenbank mit 
einem Kapital von 3,2 Milliarden Rentenmark errichtet. Das Kapital 
wurde ausgebracht zur Hälfte von der Landwirtschaft, zur andern Hälfte von 
Industrie, Handel und Gewerbe im Wege einer Belastung der Grundstücke 
und Unternehmungen in Höhe von 4 % (später 6 %) des Wehrbeitrages 
von 1913. Am 15. November 1923 gelangten die ersten Rentenmarkscheine 
in den Verkehr. Als Ausgabestelle der Rentenbankscheine, die bei Über 
windung der Inflation und der Wiederherstellung stabiler Geldverhältnisse 
eine so große Rolle gespielt haben, wird die Rentenbank in der Wirtschafts 
geschichte ihre Bedeutung haben. 
Bankmäßige Geschäfte durste die Rentenbank nur mit dem Reich, der Reichs 
bank und den Privatbanken machen. Sie hat dem Reich, das die Notenpresse still 
gelegt hatte, einen Kredit von 1,2 Milliarden Rentenmark und den gleichen 
Betrag der Wirtschaft zur Verfügung gestellt; der Rest von 800 Millionen blieb 
in der Reserve. 
Durch Gesetz vom 30. August 1924 wurde die Geschäftstätigkeit der Ren 
tenbank, die hauptsächlich Kreditinstitut für die Landwirtschaft ge 
wesen war, auf die Abwicklung dieser und der ans Reich gegebenen Kredite 
beschränkt. Ihre Tätigkeit als Noten- und Währungsbank endete am 
11. Oktober 1924, als das auf Grund des Dawesplans erlassene Gesetz über 
die Liquidierung des Umlaufs an Rentenbankscheinen in Kraft getreten war. 
Im Jahre 1932 sind der Deutschen Rentenbank wieder neuewichtige 
Aufgaben übertragen worden: Im Rahmen der Osthilfe hat sie 
350 Millionen RM Osthilfe-Entschuldungsbriefe herausgebracht. Mit 
ihrem Erlös führten die Jndustriebank und die Rentenbank-Kreditanstalt 
die Umschuldung der ostdeutschen Landwirtschaft durch. 
Auf Grund der Osthilfeschlußverordnung vom 20. Juni 1936 hat die Bank für 
deutsche Jndustrieobligationen jährlich bis zu 14 Millionen RM an die Deutsche 
Rentcnbank für den Zins- und Tilgungsdienst der Osthilfeentschuldungsbriefe 
abzuführen. Insgesamt sind für diese Zwecke bis Ende 1936 bei der Deutschen 
Rentenbank 276,8 Mill. RM eingegangen, davon aus Leistungen der Schuldner 
nur 38,3 Mill. RM. 
Die Bank steht in Personalunion mit der Deutschen Rentenbank- 
Kreditanstalt.
	        
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