Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Aufträge nötig ist, d. h. insoweit, als sie für einen Teilbetrag, die 
„Spitzen", keinen.Gegenkontrahenten finden. 
Die Kursmakler dürfen, soweit nicht die Landesregierung Ausnahmen 
zuläßt, ein sonstiges Handelsgewerbe nicht betreiben, auch nicht an einem 
solchen als Kommanditist oder stiller Gesellschafter beteiligt sein; ebenso 
wenig dürfen sie zu einem Kaufmann in dem Verhältnis eines Pro 
kuristen, Handelsbevollmächtigten oder Handlungsgehilfen stehen. Sie ver 
mitteln entweder in allen an der betreffenden Börse gehandelten Werten 
oder nur in den ihnen zugewiesenen Papieren. Sie haben dann nur 
mit bestimmten Effektengattungen zu tun. Ihr E f f e k t e n k r e i s ist ge 
geben; in diesem leisten sie ihre Dienste jedermann. An der Berliner 
Börse bilden je zwei Kursmakler eine Maklergruppe und stellen 
gemeinschaftlich die Kurse derjenigen Wertpapiere fest, die ihnen 
durch die Maklerkammer zugewiesen sind. 
Die Zahl der Kursmakler an der Berliner Fondsbörse beträgt zurzeit 76. Sie 
sind in 38 Gruppen eingeteilt, deren jede die Umsätze entweder von wenigen 
lebhaft gehandelten oder von vielen wenig gehandelten Effekten zu vermitteln 
hat. Durchschnittlich entfallen auf jede Gruppe etwa 50 Werte. Freie Makler 
gibt es an der Berliner Börse etwa 250. 
An der Hamburger Börse gibt es keine Kursmakler. An deren Stelle 
sind beeidigte Auktionatoren angestellt, die jedoch, wenn sie nicht in dieser amt 
lichen Eigenschaft tätig sind, als freie Vermittler gelten. 
Der Makler hat den Parteien spätestens am Vormittage des nächsten 
Börsentages eine Schlußnote oder eine schriftliche Bestätigung zuzu 
stellen. Er nennt dadurch dem Käufer und dem Verkäufer den Gegen 
kontrahenten, macht ihm „Aufgabe". Ms Aufgabe kann nur eine an 
der Börse vertretene Firma benannt werden, die gewerbsmäßig Bank- 
oder Börsengeschäfte betreibt. 
2. Feststellung der Kurse 
Marktbildung — Einheitskurse und variable Kurse 
Der Kurs ist der Börsenpreis, d. h. also der Marktpreis für 
fungible Ware, der sich ergibt aus dem im Augenblick der Kurs 
bildung vorhandenen Verhältnis von Angebot und Nachfrage. 
Damit innerhalb der kurz bemessenen Börsenzeit alle vorliegenden Aus-
	        
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