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An de» englischen und amerikanischen Börsen werden, entsprechend der Kopfhaltung
der Stiere und Bären, die Haussiers „Lull8" (Stiere), die Baissiers
„Laar s" (Bären) genannt, in Frankreich „in i n e u r s" bzw. „c o n t r e -
mineurs". In Deutschland gebraucht man für die Gesamtheit derjenigen, die
„in blaneo", „ä dfeouvert" (ungedeckt) verkaufen, den Ausdruck „Konterm
i n e".
Der volkswirtschaftliche Nutzen der Baissespekulation kann
darin bestehen, daß sie bei a u f st e i g e n d e r Konjunktur den Optimismus
etwas dämpft, indem sie auch an die ungünstigen Momente erinnert,
in Zeiten wirtschaftlichen Niederganges oder
politischer Aufregung bewirkt, daß die Fixer sich decken,
d. h. die einzigen Personen sind, die als Käufer auftreten und dadurch verhüten,
daß die Papiere infolge des allgemeinen Mißtrauens usw. unverkäuflich
werden. Die Ausschaltung der Kontermine im Kriege
hat zweifellos bewirkt, daß der Hennnschuh, den die Baissetcndenz für jede
Aufwärtsbewegung bildet, der Kriegsspekulation gefehlt hat.
Ein wirtschaftliches Bedürfnis erfüllt der Terminhandel ferner
bei der Arbitrage in internationalen Werten (siehe S. 513 ff.) und
beim Handel derjenigen Valuten, deren Kurse größeren Schwankungen
unterworfen sind. Kassa- und Termingeschäft lassen sich nicht voneinander
trennen. Ein Bedürfnis für den Terminhandel besteht dann, wenn
es t e ch n i s ch unmöglich ist, nur „per Kasse" Geschäfte abzuschließen. Kasseohne
Termingeschäft ist technisch vielfach undurchführbar. Jedesdieser
Geschäfte will das Vorhandensein der anderen Geschäft
s a r t, braucht zur technischen Abwicklung den gesamten Apparat
der Börse.
Gegner des Terminhandels machen keinen Unterschied zwischen der
berufsmäßigen Spekulation, „die sich ausschließlich der Abschätzung
der Preisentwicklung widmet und dadurch mehr oder bessere
Erkenntnis der Zukunft produziert als ohne diese Arbeitsteilung möglich
wäre" (Adolf Weber), und der Jobberei von Leuten, denen jegliche Sachkenntnis
abgeht, die nur aus Gewinnsucht handeln und sich mühelos bereichern
wollen. Spekulation und Spiel sind grundverschieden. Nicht
unerwähnt darf freilich bleiben, daß die berufsmäßige Spekulation öfter/
anstatt preisausgleichend zu wirken und dadurch das Publikum vor Verlusten
zu schützen, ihre Kundschaft zum Börsenspicl, das moralisch verwerflich
ist, verleitet und Kursänderungen künstlich herbeigeführt hat, 111,1