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JJ. Die Thüringische Staatsbank.
Die Thüringische Staatsbank in Weimar ist hervorgegangen aus den
Kreditanstalten der 7 thüringischen Staaten, die durch Reichsgesetz vom
30. April 1920 zum Lande Thüringen vereinigt wurden, mit Ausnahme
der Landeskreditkasse Sondershausen. Die Vorläufer der Staatsbank
waren im einzelnen folgende 10 Anstalten:
Landesbank Altenburg (gegr. 1792), Landessparkassen Schleiz
(1842), Gera (1843), Lobenstein (1843), Hohenleuben (1853) und
Hirschberg (1866), Landeskreditanstalten Meiningen (1349) und Gotha
(1853), Landeskreditkassen Rudolstadt (1855) und Weimar (1869).
Diese früheren einzelstaatlichen Kreditanstalten dienten anfangs besonders
zur Erleichterung der Ablösung der Fron- und Reallasten. Später be
friedigten sie mehr und mehr die mit zunehmender Intensivierung wachsen
den Kapitalbedürfnisse der Landwirtschaft. Ende 1914 belief sich der Ge
samtbetrag der gewährten Kredite auf über 600 Millionen M.
Die durch Gesetz vom 20. Dezember 1922 errichtete Thüringische
Staatsbank übernahm im Laufe des Jahres 1923 die einzelstaatlichen
Kreditanstalten, führte jedoch nur das Personalkredit-, Kontokorrent- usw.
Geschäft fort, während das durch die Geldentwertung vorübergehend fast
bedeutungslos gewordene Realkreditgeschäft besonderen Abwicklungs-, jetzt
Aufwertungsstellen, übergeben wurde. Als neue Anstalt für den Hypo
thekarkredit wurde 1923, unter Beteiligung der Sächsischen Staatsbank
und der Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken, die Bank für
Goldkredit A.-G. in Weimar — jetzt Thüringische Landes-Hypotheken-
bank A.-G. — gegründet. Heute besitzt die Thüringische Staatsbank das
gesamte Aktienkapital der Thüringischen Landes-Hypothekenbank A.-G.
Die Thüringische Staatsbank hat in erster Linie die Aufgabe, d i e v e r -
fügbaren Gelder des Staates zu verwerten und den
Geldverkehr des Staates zu regeln. Des weiteren umfaßt
ihr Tätigkeitskreis alle sonstigen bankmäßigen Geschäfte. Die Verwaltung
gleicht der der Sächsischen Staatsbank. Das Grundvermögen ist bei
Errichtung der Staatsbank vom Staate zinsfrei überlassen worden. Der
Reingewinn fließt in die Staatskasse. Die Bank unterhält Zweig- und
Nebenstellen in Altenburg, Blankenhain, Gera, Gotha, Hirschberg, Hohen
leuben, Lobenstein, Meiningen, Rudolstadt, Schleiz.