Full text : Die südrussische Eisenindustrie

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Die  südrussische  Eisenindustrie  während  der
Revolution.
Am  23.  April  1917  veröffentlichte  die  vorläufige  russische  Regierung, ­
  deren  Leitung  damals  dem  Namen  nach  das  Kadettenministerium
des  Fürsten  Lwow  hatte,  einen  Erlaß  zur  Bildung  von  Arbeiterausschüssen ­
  sowohl  in  privaten  als  auch  in  staatlichen  Industries|
  Unternehmungen  jegücher  Art.  Diese  Verordnung  entstand  ohne
Zweifel  schon  damals  unter  dem  Drucke  des  Petersburger  Arbeiterrates. ­
  Die  kadettischen  Mitglieder  des  Ministeriums  mögen  seine
Annahme  gutgeheißen  haben,  weil  sie  glaubten,  durch  die  Bildung
-  von  Arbeiteraussohüssen  die  Anzahl  der  allgemeinen  Arbeiterzusammenkünfte, ­
  die  in  Rußland  stets  zu  politischen  Versammlungen  aus-^
  arteten,  auf  ein  Mindestmaß  einschränken  zu  können.
Sie  hatten  gehofft,  durch  ihre  Verordnung  die  drängenden  Kräfte
der  Arbeiter  in  geordnete  Bahnen  gelenkt  zu  haben;  aber  ihr  Irrtum
wurde  bald  offenkundig.  Die  allgemeine  Arbeiterversammlung  war
in  dieser  Verordnung  durch  die  Regierung  gutgeheißen,  und  die
Forderungen  der  Arbeiter  gingen  sofort  dahin,  alle  Fragen  durch
allgemeine  Arbeiterversammlungen  zu  entscheiden.  Den  Arbeiterausschüssen ­
  blieb  nur  die  vorbereitende  Arbeit,  und  nach  erfolgter
j :  Abstimmung  waren  sie  die  ausführenden  Organe  der  Beschlüsse  der
Arbeiterversammlungen.  Wöchentlich  wurden  mehrere  allgemeine
;  Arbeiterversammlungen  abgehalten,  bei  gutem  Wetter  auf  den  Werkshöfen, ­
  bei  schlechtem  Wetter  in  den  Walzwerkshallen.  Hierzu  wurden
alle  Betriebe  für  die  Dauer  der  Versammlung  (meist  1  bis  l 1 / 2  Stunde)
Jstillgelegt,  auch  die  Hochöfen!  'Anmeldung  oder  Einholung  der  Er-:
  laubnis  bei  den  Werksleitungen  erfolgte  nicht.  Der  Grundzug  der
Versammlung  zeigte  sich  immer  unverhüllter.  Auf  der  Tagesordnung
i;-  stand  häufig  zur  Besprechung:  „Augenblickliche  politische  Lage“.
■:  Als  sachkundige  Personen,  die  laut  der  Regierungsverordnung  zu
|h  den  Versammlungen  hinzugezogen  werden  konnten,  erschienen  —  wie
:■  während  der  Revolution  des  Jahres  1905  —  Wanderredner  (Studenten,
Juristen,  Mitglieder  der  Arbeiterräte).  Sie  machten  den  Arbeiter,
            
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