Entlohnten, besonders auch die Tagesarbeiter, am meisten zu
berücksichtigen.
Infolge der gewaltigen Lebensmittelteuerung und der dementsprechend
gefallenen Kaufkraft des Geldes rst die Lebenshaltung
der Bergarbeiter erheblich schlechter geworden. Das ist
für die Bergarbeiter und ihre Familien äußerst bedauerlich, beeinträchtigt
auch in bedenklichem Maße die gerade jetzt so notwendige
Leistungsfähigkeit der Belegschaften. Die Grubenverwaltungen
haben doch ebenfalls das größte Interesse an einer
gesunden und arbeitsfreudigen Arbeiterschaft. Bei den jetzigen
hohen Lebensmittelpreisen und den vorhandenen Ernährungsschwierigkeiten
ist es ausgeschlossen, daß die Bergarbeiter bei der
jetzigen Entlohnung die an sie gestellten großen Anforderungen
auf die Dauer erfüllen können.
Aus diesem Grunde ist bereits in fast allen Arbeiterausschußsitzungen
des letzten Vierteljahres eine Lohnaufbesserung
verlangt worden. Vielfach haben in diesen Sitzungen die Wecksverwaltungen
nur allgemein erklärt, daß der Lohn gestiegen sei
und weiter steigen würde. Auf einer Anzahl von Werken wurden
die Ausschußmitglieder auf d.en angeblich bereits vorhandenen
hohen Durchschnittslahn verwiesen.
Wir wollen gern anerkennen, daß der Lohn in die Höhe
gegangen ist. Uni den Bergleuten aber dauernd das wirtschaftliche
Durchhalten zu ermöglichen, müssen die Löhne noch eine
wesentliche Steigerung erfahren. Was den Durchschnittslohn
anbetrifft, so muß hierbei berücksichtigt werden, daß nicht alle
Bergleute denselben verdienen. Der größere Teil der Belegschaftsmitglieder
bleibt unter dem Durchschnittslohn ihrer Klasse.
Die Lohnstatistik für das 2. Vierteljahr 1916 ist bis jetzt noch
nicht erschienen. Nach der Veröffentlichung für das 1. Vierteljahr
1916 betrug der Durchschnittslohn für die eigentlichen Bergarbeiter
im Ruhrbergbau 7,62 Mk. Wenn auch im 2. Vierteljahr
wiederum eine Steigerung des Lohnes eingetreten ist, so
kann dieselbe erfahrungsgemäß doch nicht als ausreichend bezeichnet
werden.
Von mehreren Grubenverwaltungen wurde den Hauern in
der letzten Zeit ein Durchschnittslohn von 9 Mk. pro Schicht
zugesichert. Wir sind auch der Auffassung, daß ein Hauerlohn
unter 9 Mk. in der jetzigen Zeit nicht mehr zum Leben ausreicht.
Trotzdem werden uns aber noch Zechen genannt, auf
denen Hauerlöhne von 6 bis 7 Mark, sogar unter 6 Mark ausgezahlt
wurden.
Ganz besonders haben dann die Schichtlöhner, sowohl über
wie unter Tage, eine Aufbesserung ihres Lohnes dringend notwendig.
Sie sind bisher bei der Lohnsteigerung leider viel zu
wenig.berücksichtigt worden. Dies ergibt sich schon aus der Lohnstatistik
des 1. Vierteljahrs 1916. Der Durchschnittslohn der