Full text : Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung

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Der  Völkerbund  als  internationales  Wirtschaftsorgan.

auch  den  Ausschluß  des  Wirtschaftskrieges  gefordert.  Unter  den  Grundlagen ­
  des  Völkerbundes,  die  Wilson  in  seiner  Rede  vom  27.  September  1917
in  Newyork  entwickelte,  bezog  sich  eine  auf  das  Verbot  „selbstsüchtiger ­
  wirtschaftlicher  Kombinationen  und  des  wirtschaftlichen  Boykotts
in  irgend  einer  Form  oder  Ausschließung“.  Der  Vorentwurf  des  Schweizer ­
  Komitees  für  eine  Verfassung  des  Weltvölkerbundes  enthält
ein  Verbot  hinsichtlich  der  wirtschaftlichen  Verträge  (§  25).
„Sie  sollen  nicht  politischen  Zwecken  dienen  und  dürfen  in  keiner
Weise  einen  der  verbündeten  Staaten  gegenüber  einem  anderen  Staat
zurücksetzen“.  Die  Angehörigen  eines  verbündeten  Staates  dürfen  in
der  Zuwanderung,  im  Aufenthalt  und  in  der  Niederlassung  nicht  ungünstiger ­
  gestellt  werden  als  die  Angehörigen  irgend  eines  anderen  verbündeten ­
  Staates  (§  16).  Alle  Land-  und  Seewege  müssen  allen  verbündeten ­
  Staaten  jederzeit  offen  stehen  (§  27).  Die  Leitung  der  als  Kolonien
aufgenommenen  Völker  soll  unter  Wahrung  der  freien  Selbstbestimmung
mit  der  Sorgfalt  eines  Vormundes  durch  ein  Kolonialamt  erfolgen  (§28).
Die  Bundesstaaten  sollen  in  allen  Kolonien  grundsätzlich  gleiche  Rechte
des  Handelsverkehrs  und  der  Niederlassung  besitzen  (29).
In  ähnlicher  Weise  will  Erzberger  in  seinem  Entwürfe  der  Verfassung ­
  eines  Völkerbundes  ihm  die  Durchführung  der  wirtschaftlichen
Gleichberechtigung  und  der  offenen  Tür  (Art.  21—23),  der  Freiheit  des
Weltverkehres  (Art.  24—30)  und  der  Kolonialverwaltung  als  sittlicher
und  wirtschaftlicher  Erziehung  der  Eingeborenen  mit  ewiger  Neutralität ­
  (Art.  31,  32)  auferlegen.
Lammasch  (Europas  elfte  Stunde)  fordert  die  Einigung  der
Staaten  zu  einer  Wirtschaftspolitik,  die  der  individuellen  Tätigkeit  überall
die  Türen  öffnen,  der  monopolitischen  Ausbeutung  aber  verschließen
würde  (103);  der  dauernde  Friede  kann  nach  ihm  nicht  auf  ein  dauerndes
defensives  oder  gar  offensives  Wirtschaftsbündnis  mehrerer  Staaten
aufgebaut  werden  (67).  Er  fordert  die  Stärkung  des  Bewußtseins  von  der
wechselseitigen  wirtschaftlichen  Interdependenz  der  Staaten  und  hält
eine  volle  wirtschaftliche  Autarkie  der  einzelnen  Staaten  nicht  für  möglich ­
  (65).
Als  eine  das  Zustandekommen  des  Völkerbundes  als  Organes  des  Wirtschaftsfriedens ­
  fördernde  Strömung  ist  der  internationale  Sozialismus ­
  tätig.  Trotzdem  in  seinem  Wesen  wie  in  seinem  Programm
die  Internationalität  der  Interessen  der  arbeitenden  Klassen  gelegen  ist,
ist  die  Organisation  der  „Internationale“  infolge  des  Weltkrieges  zerfallen
und  seitdem  nicht  wieder  aufgerichtet  worden.  Der  internationale  Sozialismus ­
  fördert  die  Aufhebung  der  wirtschaftlichen  Schranken  durch  seine
Propaganda  für  die  demokratischeRegierungsform,  durch
die  der  Einfluß  des  Großkapitalismus  auf  die  auswärtige  Politik  zurückgedrängt ­
  werden  soll.  Der  agrarische  und  industrielle  Schutzzoll,  die
            
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