Full text : Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung

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Die  Entstehung  des  wirtschaftlichen  Imperialismus.

Türken]  och  e,  die  Intervention  in  Ostasien  zugunsten  der  Unabhängigkeit
und  Integrität  Chinas,  die  Intervention  in  Kuba  zum  Schutze-  ihrer  Bewohner ­
  vor  politischer  Bevormundung  (1898),  die  Intervention  zugunsten
der  Juden  in  Rußland  (1903  und  1911)  haben  aus  dem  Schutze  politischer
Freiheit  eine  Weltmission  entstehen  lassen.  Im  Weltkriege  hat  der  1912
durch  die  demokratische  Partei  kandidierte  Präsident  W  o  o  d  r  o  w
Wilson  zunächst  die  zwei  Hauptursachen  des  wirtschaftlichen  Imperialismus ­
  zu  mindern  gesucht.  Er  setzte  den  schon  von  Roosevelt
aufgenommenen  Kampf  gegen  die  Trusts  nur  fort.  Erfolgreicher  war
seine  Zollreform  vom  3.  Oktober  1913,  die  eine  Erniedrigung  der  hohen
Schutzzölle  um  ein  Drittel  brachte.  Er  erklärte,  den  Amerikanern  die
Notwendigkeit  auferlegen  zu  müssen,  „Meister  im  Wettbewerb  und  tüchtigere ­
  Kaufleute  und  Arbeiter  zu  sein  als  irgendwer  in  der  Welt“.  Damit
hat  er  die  vom  internationalen  Standpunkte  allein  billigenswerten  Methoden ­
  des  friedlichen  Wettbewerbes  von  denen  des  kriegerischen  geschieden.
Seit  dem  Eintritte  der  Union  in  den  Weltkrieg  durch  die  Kriegserklärung
an  Deutschland  vom  5.  April  1917  und  durch  die  Kriegserklärung  an
Österreich-Ungarn  vom  7.  Dezember  1917  hat  Wilson  wiederholt
sein  Programm  der  Intervention  zur  Befreiung  der  unterdrückten  Völkerschaften ­
  verkündet.  In  der  Botschaft  an  den  Kongreß  vom  4.  Dezember
1917  betont  er  die  Uneigennützigkeit  der  Teilnahme  der  Union  („a  war
of  high  principle  debased  by  no  selfish  ambition  of  conquest  or  spoliation“);
er  bezeichnet  als  ein  Kriegsziel  die  Befreiung  Deutschlands  von  der  militärischen ­
  und  kommerziellen  Autokratie  Preußens  („Prussian  military  and
commercial  autocracy“).  ln  der  Botschaft  vom  8.  Januar  1918  forderte
er  unter  Punkt  3  die  möglichste  Beseitigung  aller  wirtschaftlichen ­
  Schranken  und  die  Errichtung  der  Gleichheit  der
Handelsbedingungen  unter  allen  Nationen.  Der  von  ihm  vorgeschlagene
Völkerbund  erhält  in  der  Rede  vom  27.  September  1918  unter  anderem
die  Aufgabe,  unter  den  Bundesmitgliedern  jede  besondere,  selbstsüchtige,
ökonomische  Kombination  auszuschließen.  Der  wirtschaftliche  Boykott
oder  die  Ausschließung  von  den  Weltmärkten  soll  nur  als  w  ir  t  schaftliches
  Strafmittel  zulässig  sein  („there  can  be  no  special,  selfish
economic  combinations  within  the  League  and  no  employment  of  any
form  of  economic  boycott  or  exclusion  except  as  the  power  of  economic
penalty  by  exclusion  from  the  markets  of  the  world  to  be  vested  in  the
League  of  Nations  itself  as  a  means  of  discipline  and  control“).  Damit
hat  sich  der  Theoretiker  Wilson  von  den  kriegerischen  Methoden
des  wirtschaftlichen  Imperialismus  losgesagt.  (Näheres  bei  Lammasch,
Wilsons  Friedensplan  5—27.)  Der  Staatsmann  Wilson  ist  ihnen
allerdings  in  den  Friedensschlüssen  von  Versailles  und  St.  Germain
erlegen.
            
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