Einleitung
O
der ersten bedingt. L. v. Stein 1 ) sagt zutreffend: „Die B. gibt
auf Zahlen reduzierte Antwort auf Fragen, die bei jeder Unter
nehmung auftreten, absolute Fragen,“ — wir haben sie als die
allgemeinen Aufgaben der B. bezeichnet — „und auf relative
Fragen, die mit Berücksichtigung des Gegenstandes der Unternehmung
entstehen.“ Es gibt zahlreiche solcher „relativer“
Nebenfragen des inneren und äußeren Geschäftsbetriebes, die
häufig und zu allen Zeiten auftreten. Je mehr Fragen gestellt
sind je schneller sie beantwortet werden können, um so zweckmäßiger
und besser, aber auch unübersichtlicher wird die formale
Organisation der B. Je weniger Fragen durch sie beantwortet
werden können, um so kürzer und einfacher wird die B. (Gottschalk
2 ) a. a. O.). Einige solcher relativer Fragen seien hier aufgezählt:
Rechnungsverhältnis mit den Kunden und Lieferanten,
Größe des Umsatzes, Umsatzschnelligkeit, Art der Kapitalbeschaffung
und Kapitalverwendung, die Kapital- und Vermögensbildung,
die Zusammensetzung der fremden Mittel nach Größe,
Art und Zahlungszeit, Kreditverhältnisse der Unternehmung,
Gliederung des Erfolges, der Unternehmungskosten, Größe des
Unternehmereinkommens, Verhältnis zwischen Roh- und Reinertrag,
Rentabilität einzelner Betriebszweige, Arbeitsintensität,
Verhältnis zwischen Arbeitszeit und Arbeitsleistung, Produktionsfähigkeit
des Anlagekapitals, Gestehungskosten der Produktion,
Verkehrspreis der Waren, Herstellungskosten und ihre
einzelnen Faktoren als Grundlage der Bemessung der Verkehrswerte
3 ), Kontrolle der Bestände, usf.
Das Endziel der B. einer Erwerbswirtschaft, die ökonomische
Zustandschilderung durch Darstellung der Größe und Beschaffenheit
des Vermögens, der Schulden sowie Ermittelung des Wirtschaftserfolges,
kann auch ohne Bücherführung durch Aufnahme
des Vermögens und der Schulden für einen bestimmten Tag
erreicht werden. Da die wirtschaftliche Eigentümlichkeit einer
Erwerbswirtschaft in ihrer kapitalistischen Natur zu finden ist —
*) Volkswirtschaftslehre, 2. Aufl. 1878.
-) Die Grundlagen des Rechnungswesens. Leipzig 1865.
3 ) Die kalkulatorische Verwertung der Buchfährungsergebnisse für
die Landwirtschaft besonders gut bei Laur, Grundlagen und Methoden
der Bewertung, Buchhaltung und Kalkulation in der Landwirtschaft,
Berlin 1911.