Full text: Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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die Hauptbahn Moskau—Brjansk der Kiewer Linie und das bedeutsame 
Zwischenglied der Moskau-Saratower Bahn, Tambow—Rtizewo auf 8. 
Da in diese Zughäufigkeitsklasse etwa 30% der russischen Bahnen 
fallen, so würde für die Stufe von 9 und mehr Zügen reichlich 30% zu 
berechnen sein. 
Diese Linien haben einen für russische Verhältnisse starken Per 
sonenzugverkehr. Es sind meist Hauptbahnen, überwiegend mit 
Durchgangszügen, mit guten oder doch genügenden Fernverbindungen 
ausgestattet. Man wird auch hier mit der Anerkennung nicht zurück 
halten dürfen. In den Staaten der iberischen Halbinsel, namentlich in 
Spanien, ist die Zahl der Linien mit gleich starker Zugfolge weit ge 
ringer, und auch Italien würde ungünstiger abschneiden, wenn nicht 
der nördliche Teil des Landes die Verkehrsschwache des Südens wieder 
auf wiegen würde. Aber auch in Ungarn wird diese Zughäufigkeits 
stufe verhältnismäßig nicht viel stärker sein, denn 1907 hatten 28,1% 
(36,6% in der Gesamtmonarchie) der Bahnen täglich mehr als 11 Züge 1 ). 
Das Gebiet des dichtesten Verkehrs liegt im mittleren Westen und 
in dem um Moskau konzentrierten großrussischen Kernland. Auch im 
Süden finden wir eine Reihe von Strecken mit beachtenswerten Zug 
anhäufungen. Weit schwächer ist der Verkehr aber auf den Bahnen 
des auch kulturell zurückgebliebenen Weißrußland. Nur 2 Linien bringen 
es hier auf einen Verkehr von mehr als 10 Zügen, und es ist bezeichnend, 
daß gerade der durch Weißrußland gestreckte Teil der Bahn Warschau— 
Moskau, die Linie Brest-Smolensk, einen geringeren Zugverkehr hat als die 
anderen Teile dieser großen Strecke. 13,6% aller russischen Linien haben 
einen Tagesverkehr von 15 und mehr Zügen. Es sind dies überwiegend die 
Linien des großen Verkehrs, die sich, was die Zughäufigkeit anbelangt, 
teilweise mi: den großen Linien Mitteleuropas messen können, u. a. die 
beiden ausgezeichneten Haupttrassen der Warschau-Wiener Bahn mit 
der alten Anschlußlinie der Lodser Fabrikbahn, Koljuschki—Lods, die 
Strecken Warschau—Brest, Warschau—St. Petersburg, St. Petersburg 
—Reval, St. Petersburg — Moskau, Moskau — Charkow — Sewastopol, 
Kiew—Odessa u. a. Die Zughäufigkeit beträgt auf den Linien 2 ) 
Alexandrowo—Zjechozinsk .16 Züge 
Alexandrowo—Skiernewizi 16 
Sosnowizi—Sombkowizi 26 
Graniza— Skiernewizi 18—26 
Skiernewizi—Warschau 38 
Warschau—Iwangorod 16 
W arschau—Landwaro wo 15 —17 
l ) Hassert, Allg. Verkehrsgeographie S. 148, Anm. 2. 
-) Die Vorortzüge sind hier nicht berücksichtigt. Die einzelnen Teilstrecken 
der nachfolgenden Linien sind nicht weiter namhaft gemacht.
	        
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