Full text : Oekonomik der Transformationsperiode

10  Bucharln.'  Oefcooomlk.

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oder  halbbewußten  Elemente  unter  dem  Proletariat  selbst  andererseits ­
  ist.*)  In  diesem  Fall  bildet  die  „Militarisierung“**)
der  Bevölkerung  —  vor  allem  in  der  Armecorganisation  —  eine
Methode  der  Selbstorganisierung  der  Arbeiterklasse  und  der  Organisierung ­
  des  Bauerntums  durch  die  Arbeiterklasse.
Inwiefern  die  proletarische  Diktatur  und  ihr  klassischer
Typus  —  die  Sowjetform  des  Staates  —  sich  in  kritischer  Lage
befinden,  insofern  ist  es  auch  klar,  daß  sie  den  Charakter  einer
militärisch-proletarischen  Diktatur  annehmen  müssen.  Dies  bedeutet, ­
  daß  die  Geschäftsapparate  der  Verwaltung  einschrumpfen, ­
  die  breiten  Körperschaften  durch  enge  ersetzt
werden,  alle  vorhandenen  Organisatoren  und  Administratoren
aus  der  Arbeiterklasse  auf  die  sparsamste  Art  verteilt  werden.
Dieselbe  Erscheinung  —  in  verstärkter  Form  —  entsteht
notwendigerweise  bei  der  Gefahr  einer  wirtschaftlichen  Katastrophe. ­
  Diese  Gefahr  wird  erzeugt  durch  die  wirtschaftliche
Erschöpfung  während  des  imperialistischen  Krieges  und  des
Bürgerkrieges,  Soweit  der  Schwerpunkt  der  proletarischen
Aufgaben  auf  das  Gebiet  des  wirtschaftlichen  Aufbaus  übertragen ­
  wird,  wo  das  Grundgewebe  der  Wirtschaftsapparate
bereits  von  Administratoren  aus  der  Arbeiterklasse  durchdrungen ­
  ist,  wo  die  Arbeiterorganisationen  bereits  zur  Grundlage, ­
  zum  Grundstock  dieser  Apparate  geworden  sind,  ist  dort
*)  Versteht  man  unter  Miliz  eine  ideale  Miliz,  wo  alle  ihre  Funktionen
freiwillig  erfüllen,  ähnlich  wie  die  Orchesterteilnehmer  auf  den  Dirigentenstab ­
  hören,  so  kann  man  auf  sie  Engels'  Worte  anwenden:  „Erst  eine  kommunistisch ­
  eingerichtete  und  erzogene  Gesellschaft  kann  sich  dem  Milizsystem
sehr  nähern,  und  auch  da  noch,  ohne  es  zu  erreichen,“  (Zitiert  nach  Franz
Mehring:  „Karl  Marx",  Leipzig  1918,  S.  308.)
**)  Eigentlich  ist  hier  die  Bezeichnung  „Militarisierung"  usw.  ganz  unanwendbar, ­
  denn  sowohl  die  militärische  Organisation  des  proletarischen
Staates  als  auch  der  militärische  Typus  der  Organisation  der  Industrie  hat
hier  eine  ganz  andere  Bedeutung.  Der  „rote  Militarismus”  ist  eine  geradezu
barbarische  Wortkombination.  Aber  die  Spracharmut  und  „Usus“  zwingen
uns,  hier  das  Wort  „Militarisierung"  zu  gebrauchen.
            
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