Full text : Oekonomik der Transformationsperiode

talistischen  Form,  die  Grundbegriffe  des  ganzen  Systems,  waren
die  Begriffe  Ware,  Wert,  Preis.
Aber  die  Stunde  des  kapitalistischen  Eigentums  hat  geschlagen. ­
  Die  Expropriateure  werden  expropriiert.  Die  kapitalistische ­
  Produktion  gelangte  mit  der  Unvermeidlichkeit  eines
Naturprozesses  zu  einer  Negation  ihrer  selbst.  Die  kommunistische ­
  Revolution  erschüttert  das  ganze  Wirtschaftssystem  bis  zum
Fundament  und  zerschmettert  ketzerisch  den  „urewigen"  Tempel
des  Kapitalismus,  Es  beginnt  ein  Prozeß  gigantischer  wirtschaftlicher ­
  Verschiebungen  und  grandioser  Veränderungen,  ein  Prozeß
des  Umbaus  des  ganzen  Systems  der  Produktionsverhältnisse,
Das  Alte  verflicht  sich  mit  dem  Neuen,  das  Neue  kämpft  mit
dem  Alten,  überwindet  es  bald,  tritt  bald  ohnmächtig  zurück.
Wir  müssen  diesen  komplizierten  Prozeß  erkenntnistheoretisch
erfassen  und  werden  auch  hier  immer  wieder  zu  der  Kraft  der
Abstraktion  Zuflucht  nehmen  müssen.*)
Schon  beim  ersten  ernsthaften  Versuch,  jenes  höchst  ruhelose ­
  Konkrete,  das  wir  als  Wirtschaft  der  Uebergangsperiode  bezeichnen, ­
  wissenschaftlich  zu  erfassen,  stoßen  wir  darauf,  daß  die
alten  Begriffe  der  theoretischen  Oekonomie  im  Nu  versagen.  Wir
stoßen  auf  einen  kuriosen  Widerspruch,  Die  alten  Kategorien  der
politischen  Oekonomie  bleiben  nach  wie  vor  Formen  der  praktischen ­
  Verallgemeinerung  der  sich  fortwährend  ändernden  lebendigen ­
  ökonomischen  Wirklichkeit,  Zu  gleicher  Zeit  aber  geben
diese  Kategorien  keine  Möglichkeit,  hinter  „die  Oberfläche  der
Erscheinungen“  zu  dringen,  d,  h.  sich  vom  vulgären  Denken  frei
zu  machen,  den  Prozeß  des  Wirtschaftslebens  in  seiner  Gesamt*) ­
  Daraus  folgt  natürlich  nicht,  daß  man  das  empirische  Material
nicht  verwerten  soll.  Im  Gegenteil.  Denn  „die  Methode,  vom  Abstrakten
zum  Konkreten  aufzusteigen,  ist  nur  die  Art  für  das  Denken,  sich  das  Konkrete ­
  anzueignen,  es  als  Konkretes  geistig  zu  reproduzieren.  (Karl  Marx:
„Zur  Kritik  der  politischen  Oekonomie",  Stuttgart  1920,  S,  XXXVI,)  Vergl.
auch  N,  Bucharin:  „Die  politische  Oekonomie  des  Rentners  (russisch,
1919,  S.  14).

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