Full text : Oekonomik der Transformationsperiode

;  V

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IS

2.  Kapitel
Oekonomik,  Staatsgewalt
und  Krieg.
I.  Krieg  und  Staat.  2.  Tßeorie  des  Staates.  3.  Oekonomik,
Staatsgewalt  und  Krieg  in  ißrem  JVecßselverßältnis.  4.  Klassifikation ­
  der  Kriege.  Imperialistische  Kriege.  Sozialistische
Kriege.  5.  Klassenkrieg  und  Bürgerkrieg.
Der  Krieg  von  1914—18  hat  kategorisch  die  Frage  nach  der
Staatsgewalt  aufgeworfen.  Wenn  früher,  in  der  Vorkriegszeit,
selbst  im  marxistischen  Lager  sich  Ansichten  breitmachten,  die
ziemlich  dicke  Manchester-Farben  trugen,  so  sehen  wir  von  dem
Augenblick  an,  wo  der  imperialistische  Staat  Millionen  und  Abermillionen ­
  Menschen  in  den  Strudel  der  Geschichte  geworfen  und
mit  einem  Schlage  seine  kolossale  Bedeutung  als  ökonomischer
Faktor  offenbart  hat,  daß  die  Analyse  der  Staatsgewalt  auf  die
Tagesordnung  theoretischer  und  praktischer  Diskussionen  gesetzt
wird.
Das  Leben  der  alles  aufsaugenden  Staatsorganisation  —
nicht  das  Leben  der  Gesellschaft,  sondern  das  Leben  des  Staates
—  rückte  in  den  Vordergrund.  Wenn  der  alte  Hobbes  in  seinem
„Leviathan"  schrieb,*)  daß  es  keine  Macht  gäbe,  die  sich  mit  der
Macht  des  Staates  vergleichen  ließe,  so  ist  sein  „Leviathan"  ein
wahres  Nichts  im  Vergleich  zu  jener  gewaltigen  Kraft,  die  von
dem  Staatsapparat  des  Finanzkapitals  offenbart  wurde.
*)  Th.  Hobbes:  The  moral  and  political  works.  London  MDCCL  „Non
est  potastas  super  terram  quae  comparetur  ei“  (Job.  4124).
            
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