Full text : Oekonomik der Transformationsperiode

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Zentralisation  außerordentlich  gewann.  Nur  ganz  Naive  erblickten ­
  hierin  eine  Rechtsverletzung  des  geheiligten  Privatbesitzes. ­
  In  Wirklichkeit  war  hier  nicht  ein  Hauch  von  irgendeiner ­
  „Expropriation  der  Expropriateure“,  denn  alles  zentralisierte ­
  sich  in  den  Händen  der  finanzkapitalisüschen  Staatsorganisation ­
  und  nicht  irgendeiner  „dritten"  Macht.  Die  Opposition
ging  hauptsächlich  von  den  Kreisen  der  rückständigen  Schichten
der  Bourgeoisie  aus,  in  erster  Linie  von  den  Vertretern  des
Handelskapitals  und  der  Handelsspekulation.  Die  Organisation
der  Produktion  und  der  Verteilung  schließt  dem  Wesen  nach  den
Handel  überhaupt  und  die  Handelsspekulation  speziell  aus;
folglich  schließt  sie  den  Handelsgewinn  und  den  „Differenzgewinn ­
  *),  den  Gewinn  aus  der  Spekulation  aus.  Soweit  diese
Organisation  der  Produktion  und  der  Verteilung  in  der  Tat  durchgeführt ­
  wird,  bricht  sie  die  „heiligen  Rechte"  namentlich  dieser
Kategorien.  Doch  wäre  es  lächerlich,  anzunehmen,  daß  dadurch
die  „Rechte  der  kapitalistischen  Klasse  in  ihrer  Gesamtheit
übertreten  werden.  Hier  findet  bloß  eine  Neuverteilung  des
Mehrwertes  in  der  Richtung  der  finanzkapitalistischen  Gruppen
statt,  eine  Verwandlung  des  Handelsgewinns  in  Dividende  oder
Zinsen,  die  von  der  Staatsbank  ausgezahlt  werden.  Folglich
findet  hier  nicht  eine  Aufhebung  des  Mehrwertes  statt,  sondern
lediglich  die  Formänderung  eines  Teiles  dieses  Mehrwertes.
Gerade  darin  besteht  das  Wesen  der  staatskapitalistischen  Organisation, ­
  insofern  es  sich  um  die  Kategorien  des  Gewanns  und  der
Verteilung  des  Mehrwerts  handelt.  W'as  die  Verringerung  eines
gewissen  Teiles  des  Mehrwertes  und  seines  Abtretens  an  die
Arbeiter,  als  Versicherung  gegen  die  Revolution,  betrifft,  so  ist
dies  eine  nebensächliche  Frage,  der  keine  wesentliche  Rolle  zu-*)
  Vergl.  R.  Hilferding:  „Das  Finanzkapital“  9.  Kapitel:  Die  Warenbörse, ­
  „Die  Kriegswirtschaft  aber  schließt  die  Börse  und  damit  börte  ihre
ganze  Problematik  auf.“  (E.  Lederer:  „Der  Wirtschaftsprozeß  im  Kriege“.)
            
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