Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

4‘ Bucharin: Oekonomik. 
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„Ueberhaupt“, sagt er, „muß uns der jetzige Krieg zu einem vor 
allem erziehen: zu vertieftem naturalwirtschaftlichen Denken . . . 
Fast alle ökonomischen Fragen erscheinen unlösbar, wenn man 
sie bloß geldwirtschaftlich betrachtet, offenbaren sich hingegen 
als relativ einfach unter naturalwirtschaftlichem Gesichts 
punkt,“*) 
Nach all dem Gesagten wird es begreiflich, warum dem so 
ist: die kapitalistische Gesellschaft ist aus den Fugen geraten, 
und die Kategorien des Gleichgewichts können der „kritischen" 
Epoche nicht adäquat sein. 
Die allgemeine Frage wird also jetzt folgendermaßen formu 
liert: Was geschieht mit dem gesellschaftlichen System in seiner 
Naturalform, in Form der verbundenen Naturalelemente, unter 
der Bedingung der erweiterten negativen Reproduktion? 
In den Formeln des Arbeitswertes haben wir diese Reihen: 
c + v + m; c + v+ (m-x); c + v; c + (v-x); (c-y) + (v-nx) 
usw,; parallel dazu wird der Wert inkommensurabel mit dem 
Preis. Es ist mit Leichtigkeit zu ersehen, daß vom Standpunkt 
des kapitalistischen Systems die Lage ungefährlich ist, solange 
die Erweiterung der negativen Reproduktion auf Kosten von m 
geht. Hinter dieser Grenze beginnt einerseits das „Verzehren“ 
des fixen Kapitals und andererseits eine Unterkonsumtion der 
Arbeiterklasse, ein unsicheres Funktionieren der Arbeitskraft 
und mangelnde Erfüllung ihrer kapitalbildenden Rolle, d, h. eine 
Störung in der Reproduktion der Arbeitskraft. Dieser Prozeß 
findet in zwei Formen seinen Ausdruck: erstens in dem Aus 
stößen der Arbeitskraft aus dem Produktionsprozeß, zweitens 
in der Herabsetzung des realen Arbeitslohnes, in der Unter 
produktion von Energien, die Arbeitskraft bildet in der Disquali- 
*) R. Goldscheid; „Staatssozialismus oder Staatskapitalismus". Ein 
finanzsoziologischer Beitrag zur Lösung des Staatsschuldenproblems, 4. und 
5. Aufl. Wien—Leipzig, 1917.
	        
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