Contents: Fortschritt und Armut

Kap. I. Dis Unzulänglichkeit der gewöhnlich empfohlenen Heilmittel. ZHZ 
denn Pachtungen existieren in großem Maße auch da, wo die Zerstückelung 
am größten ist — werden mit einer in England und selbst in Irland 
unbekannten Unbarmherzigkeit geschraubt, und das Wahlrecht, „weit 
entfernt, sie aus der sozialen Stufenleiter zu erheben, ist für sie nur eine 
Ouelle der Kränkung und Erniedrigung, denn sie sind gezwungen, nach 
den Vorschriften des Gutsherrn zu stimmen, anstatt den Vorschriften 
ihrer eigenen Neigung und Überzeugung zu folgen". 
während aber die Teilung des Grund und Bodens so nichts tun 
kann, um die Übel des Landmonopols zu heilen, während sie keine Wir 
kung auf die Erhöhung der Löhne und aus die Verbesserung der Lage 
der untersten Klassen ausüben kann, geht ihre Wirkung dahin, die An 
nahme oder auch nur Befürwortung durchgreifenderer Maßregeln zu 
verhindern und das bestehende ungerechte System dadurch zu stärken, 
daß eine größere Anzahl von Leuten an dessen Aufrechterhaltung in 
teressiert wird. Am Schluß des von mir zitierten Artikels empfiehlt 
perr de Laveleye die größere Teilung des Grundbesitzes als sicherstes 
Mittel, um die großen Grundbesitzer Englands vor etwas Radikalerem 
zu schützen. Obgleich in den Gegenden, wo der Boden so außerordentlich 
geteilt ist, die Lage des Arbeiters — wie er sagt — die schlechteste in Europa 
ist und der Pächter von seinem Gutsherrn viel tiefer niedergedrückt wird 
als der irländische Pächter, so „zeigen sich dennoch", fährt er fort, „keine 
der Gesellschaftsordnung feindseligen Gefühle", weil 
„der Pächter, obgleich durch das beständige Steigen der Pacht erdrückt, unter seines 
gleichen lebt, unter Bauern gleich ihm, die Pächter haben, welche sie genau ebenso 
behandeln wie der große Landbesitzer den seinigen. Sein Vater, sein Bruder, viel 
leicht er selbst besitzt'etwa einen Morgen Land, den er so hoch verpachtet, wie er kann. 
In den Wirtshäusern prahlen die Bauern mit den hohen Pachten, die sie für ihre 
Ländereien erhalten, wie sie damit prahlen, ihre Schweine oder Kartoffeln hoch 
verkauft zu haben. Die Pacht so hoch wie nur irgendmöglich zu treiben, scheint ihnen 
daher etwas ganz Natürliches, und sie haben an den Grundbesitzern als Klasse, oder 
an dem Grundeigentum nicht im Traum etwas auszusetzen. Ihr Geist verweilt nicht 
bei dem Gedanken einer Kaste herrschender Gutsherren, „blutdürstiger Tyrannen", 
die sich von dem Schweiße verarmter Pächter mästen und selbst nichts tun; denn die, 
welche am härtesten drücken, sind nicht die großen Grundbesitzer, sondern ihre eigenen 
Genossen. So bildet die Verteilung einer Anzahl kleiner Güter unter den Bauern 
eine Art von wall und Schutz für die Eigentümer großer Landgüter, und der bäuerliche 
Besitz kann ohne Übertreibung der Blitzableiter genannt werden, welcher von der 
Gesellschaft Gefahren abwendet, die sonst zu gewaltsamen Katastrophen führen könnten. 
Die Konzentration des Grund und Bodens in großen Gütern unter einer kleinen 
Anzahl von Familien ist eine Art von Herausforderung an die Gesetzgebung zu nivel 
lieren. Die in vielen Beziehungen so beneidenswerte Lage Englands scheint mir in 
dieser Hinsicht voller Gefahren für die Zukunft zu sein." 
Mir dagegen scheint sie gerade aus dem Grunde, den Perr de Laveleye 
geltend gemacht, voller Poffnung zu sein. 
Geben wir nur getrost alle versuche auf, die Übel des Landmonopols 
dadurch loszuwerden, daß wir den Grundbesitz mit Schranken umgeben. 
Eine gleichmäßigere Verteilung des Grund und Bodens ist unmöglich 
und alles, was darunter ist, würde nur eine Linderung, aber keine Peilung 
H6*
	        
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