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II. HAUPTTEIL.
auch diese Belastung der deutschen Volkswirtschaft im.
Hinblick auf die Berufszugehörigkeit der Einwanderer um
so schwerwiegender, als die Berufsverhältnisse auch bei
den Auslands- und Kolonialdeutschen ähnlich ungünstige
sind. Unter diesen waren vor allem die Kaufleute stark
vertreten, und wenn auch ein großer Teil von Deutschen
sich im Ausland als Landwirte, so vor allem als Banner
in Amerika, niedergelassen haben, so muß man bedenken,
daß das Ausland weniger Interesse an der Vertreibung
solcher Agrarbevölkerung hat, als vielmehr an der Unter
drückung alles deutschen Einflusses in industriellen Unter
nehmen und im Handel. So werden Industrie und Handel
unter den nach Deutschland zurückgefluteten Auslands
und Kolonialdeutschen noch stärker vertreten sein, als
sie es unter den Auslands- und Kolonialdeutschen über
haupt waren. Ein Bild von der Berufsgliederung der
Deutschen im Ausland können wir uns wenigstens hin
sichtlich der Staaten verschaffen, die vor dem Kriege in
ihren Statistiken die Eeichsdeutschen oder die in Deutsch
land Geborenen auch dem Berufe nach berücksichtigten.
So gehörten z. B. die deutschen Eeichsangehörigen
bzw- die im Deutschen Eeich Geborenen in ihrem Haupt
berufe an;
In Österreich (deutsche Eeiohsangehörige im Jahre 1910):
Land- und
Forstwirtschaft
männliche weibliche
3661 2083
Handel
männliche weibliche
5199 2587
Industrie einschl. Berg
bau und Baugewerbe
männliche weibliche
23 992 2520
Verkehr
männliche weibliche
2026 45
Angehörige
männliche weibliche
16 514 35 506
In den Niederlanden (deutsche Eeiohsangehörige im Jahre 1909):
Land- und
Forstwirtschaft
männliche weibliche
869 218
Handel
männliche weibliche
1644 272
Industrie einschl. Berg
bau und Baugewerbe
männliche weibliche
5216 523
Verkehr
männliche weibliche
1433 266
Angehörige
männliche weibliche
7433 14 421