Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die  Betriebsarbeit.

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artikels  bis  zur  Einzelbedienung  durch  Post-  oder  Botensendung  des  Versand-  oder  Warenhauses ­
  sind  fast  alle  Möglichkeiten  gegeben.
b)  Begleitet  wird  die  kaufmännische  Grundarbeit  in  allen  ihren  Stufen  und
Formen  vom  Rechnungswesen,  das  alle  Vorgänge  ziffernmäßig  auffängt  und  festlegt, ­
  sie  gruppiert  und  nach  bestimmten  Gesichtspunkten  ordnet.  So  ergeben  sich
die  verschiedenen  Zweige  des  Rechnungswesens  aus  ihren  Zwecken:  die  Bezugsund ­
  Absatzkostenrechnung,  die  Vor-  und  Nachrechnung,  die  Vermögensrechnung
und  die  Statistik.
Die  Buchhaltung  oder  die  eigentliche  Rechnung  über  die  Änderungen  des  Vermögens,
welche  die  Wirtschaftlichkeit  des  Kapitals  feststellt,  ist  von  den  vorgenannten  kaufmännischen
Haupt-  und  Nebenarbeiten  meist  völlig  abgegliedert.  Sie  erfordert  andere  persönliche  Eigenschaften: ­
  Genauigkeit,  Gewissenhaftigkeit,  Sorgfalt.  In  Kleinbetrieben  wird  ihr  —  mit  Recht
und  Unrecht  —  vielfach  keine  besondere  Bedeutung  beigemessen;  hier  zeigt  sieh  das  Wesen
der  buchhalterischen  Tätigkeit  als  Hilfe  und  Kontrolle  sehr  deutlich.  Von  Zeit  zu  Zeit,  in  mehr
oder  minder  regelmäßigen  Abständen,  wird  das  ziffernmäßige  Ergebnis  festgehalten,  oft  als
unvermeidliche  Nebenarbeit  außerhalb  der  eigentlichen  Arbeitszeit  vom  Inhaber  oder  von
Familienangehörigen,  vielfach  auch  von  besonderen  Buchsachverständigen  außerhalb  des  Betriebes ­
  gegen  festgelegtes  Entgelt  verrichtet.  Richtiges  Abschreiben  und  richtiges  Rechnen
sind  oft  die  einzigen  Erfordernisse;  oft  hat  der  „Chef“  die  Buchführung  im  Kopf  oder  in  der
Westentasche  vermerkt.  Ein  mehr  oder  minder  mechanisches  Arbeiten,  ohne  Kenntnis  des
Zusammenhangs,  ist  vielfach  üblich  und  —  was  wichtig  ist  —  auch  ausreichend,  da  Fehler  und
Veruntreuungsmögliehkeiten  nur  gering  sind.
Anders  im  Großbetrieb:  die  Masse  der  Geschäftsvorfälle,  die  Größe  der  Vermögensveränderungen, ­
  die  Notwendigkeit  einer  schnellen  und  umfassenden  Übersicht  zwingen  hier  dazu,
der  Buchhaltung  mehr  Sorgfalt  zuzuwenden.  Es  greift  eine  weitgehende  Arbeitsteilung  Platz,
Überlegungen  über  die  zweckgerechte  Aufteilung  des  Ziffernwerks  und  die  Vereinfachung  in
der  Erreichung  der  gewünschten  Einblicke  führen  zu  Vordrucken  und  zur  Anwendung  mechanischer ­
  Übertragungsverfahren,  zum  Einsatz  von  Buchungsapparaten  und  -maschinen,  zu
Überlegungen  über  Vereinfachungen  und  über  erhöhte  Sicherheit  und  Kontrollmögliohkeit
der  Zahlenerfassung  und  -niederlegung.  Der  Buchhalter  wird  zum  Buchhaltungstechniker,
ja  zum  Organisator,  der  das  Ganze  des  Betriebs  übersieht  und  versucht,  den  Betriebsablauf
und  den  Zweck  der  Buchhaltung  so  in  Einklang  zu  bringen,  daß  jederzeit  aus  den  Einzelnachweisen ­
  des  Ziffernwerks  notwendige  Teilergebnisse  abzulesen  und  eine  schnelle,  vollständige
und  richtige  Feststellung  des  Gesamtergebnisses  möglich  ist.
Gerade  auch  die  Teilergebnisse  werden  besonders  wichtig.  So  die  einwandfreie  Erfassung
der  Kosten  einzelner  Betriebsteile,  Betriebsstellen,  einzelner  Stücke  oder  Arbeitshandlungen,
was  in  der  Industrie,  aber  auch  im  Großbetrieb  des  Kleinhandels,  neuerdings  sogar  im  Bankwesen ­
  bedeutsam  ist.  Einesteils  besondere  Schwierigkeiten,  andererseits  aber  auch  Erleichterungen ­
  können  dem  einzelnen  Wirtsohaftsbetrieb  aus  der  Zugehörigkeit  zu  einem  Verband
oder  zu  mehreren  Verbänden  erwachsen,  zumal  dann,  wenn  diese  Verbände  über  die  Regelung
der  Erzeugung,  des  Absatzes  und  der  Preise  hinaus  noch  andere  Aufgaben  verfolgen,  wie  Exportausgleich, ­
  Beseitigung  störender  Außenseiter,  internationale  Marktabmachungen.  Alle
diese  Maßnahmen  bringen  Gutschriften  und  Belastungen  und  oft  sehr  verwickelte  Abrechnungen ­
  mit  sich,  die  häufig  sogar  für  jeden  Warenzweig  verschieden  sind,  so  daß  nicht  nur  über
die  Formen,  sondern  auch  über  die  Hintergründe  völlige  Klarheit  in  bezug  auf  die  Auswirkungen ­
  für  den  eigenen  Betrieb  herrschen  muß,  wenn  eine  Übersichtlichkeit  und  Kontrollmöglichkeit
  gewahrt  bleiben  soll.
Was  durch  die  Buchhaltung  und  die  Selbstkostenrechnung  noch  nicht  genügend  geklärt
scheint,  wird  statistisch  erfaßt.  Es  müssen  nicht  immer  nur  buchhalterisch  wichtige  und  wertmäßig ­
  erfaßbare  Vorgänge  sein,  sondern  meist  greift  die  Statistik  auf  mengenmäßig  erfaßbare ­
  Massenerscheinungen  über:  Arbeiterzahl,  Erzeugungsleistung  in  Stück,  Tonnen,  Flächen,
Zahl  der  Angebote  überhaupt  und  der  erfolgreichen  unter  ihnen,  Verteilung  der  Kundschaft
nach  Abnehmern,  Städten,  Ländern,  mengenmäßige  Lagerbewegung  u.  a.,  Verhältniszahlen,
wie  Leistung  je  Mann  und  Tag,  Kosten  je  Stück  usw.
Gerade  bei  der  Statistik  wird  die  entscheidende  Bedeutung  der  vorbereitenden  geistigen
Arbeit  klar;  die  Einrichtung  der  Statistik,  Art  und  Umfang  der  Erhebung,  Aufbereitung  und
Vergleichung  der  Zahlenmassen  stellen  die  wesentliche  statistische  Arbeit  dar.  Die  eigentliche
Durchführung  besteht  im  Grunde  nur  in  der  Ausfüllung  durch  Zahlen,  im  Abschreiben,  Summieren, ­
  Sortieren,  Dividieren,  Gruppieren.  Daher  sind  auch  in  der  Statistik  soviel  Maschinen
und  sonstige  Hilfsmittel  verwendbar:  Schreib-  und  Rechenmaschinen,  Rechenstäbe,  Kopierund ­
  Sortiermaschinen,  Lochkartenmaschinen  usw.
Da  das  Material  fast  immer  schon  vorliegt,  weil  es  für  andere  Zwecke  bereits  notwendig
war,  ist  für  die  Statistik  nur  seine  Erfassung  zu  organisieren,  was  nicht  immer  einfach  ist.
Prion,  Die  Lehre  vom  Wirtschaftsbetrieb.  HX.  2
            
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