Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die  Grundlagen.

Stellung  aus  Hart-  und  Stahlguß  u.  ä.  Er  muß  die  Eigenschaft  von  Guß-  und  Walzeisen,  von
Aluminium  und  Kupfer,  von  Säuren  und  Basen,  von  Kohle  und  Gas,  von  Schweißeisen  und
Flußeisen,  von  Glas,  Porzellan  und  Ton,  von  Gummi  und  Leder  kennen,  um  sie  richtig  und
zweokgerecht  verwenden  zu  können.  Er  muß  wissen,  welche  Festigkeits-  und  Dehnungseigensohaften
  sein  Werkstoff  besitzt,  welche  Bearheitungsschwierigkeiten  auftreten  können,
welches  Verhalten  und  welche  Lebensdauer  im  Betrieb  verlangt  werden;  er  muß  die  Formen
(Profile)  und  Abmessungen  kennen,  die  normal  im  Handel  zu  erhalten  sind,  muß  warmgewalzte
von  kaltgewalzten  Profilen  und  Blechen  nach  Aussehen  und  Eigenschaften  unterscheiden  können, ­
  um  nur  einiges  zu  nennen.
Auf  allen  Gebieten  der  Fertigung  ist  diese  Stoffkenntnis  nötig,  um  entscheiden  zu  können,
welche  Möglichkeiten  mit  gegebenen  Einrichtungen  und  gegebenen  Geldmitteln  auszuschöpfen
sind.  Besonders  groß  sind  die  Anforderungen  auch  in  der  Textilteohnik.  Neben  pflanzlichen ­
  und  tierischen  organischen  Rohstoffen  gibt  es  künstlich  hergestellte  und  sogar  einen  anorganischen, ­
  mineralischen  (den  Asbest).
Wer  sich  auf  dem  Gebiete  der  Textilindustrie  betätigen  will,  sieht  sich  einer  ungeheuren
Vielfalt  von  Rohstoffen  mit  den  mannigfachsten  Möglichkeiten  der  Weiterverarbeitung
gegenüber.  Er  muß  sich  entscheiden,  ob  er  Wolle  oder  Baumwolle  verspinnen  und  verweben
will;  greift  er  zur  Baumwolle,  so  sieht  er  sich  einer  großen  Zahl  von  Qualitäten  (bis  zu  9  Standardnummem)
  aus  den  verschiedensten  Gegenden  der  Erde  gegenüber.  Die  Vereinigten
Staaten,  Brasilien,  Ägypten,  Indien  u.  a.  Länder  bieten  ihm  ihre  Erzeugnisse  an;  jedes  hat  seine
Vorzüge  und  Nachteile,  seine  besonderen  Feinheiten,  seine  besonderen  Bearbeitungsprobleme.
Der  Hersteller  von  Seilerwaren  und  Sackgeweben  steht  vor  der  Frage,  ob  heimischer
Flachs  und  Hanf,  ob  Ramie  oder  Jute,  ob  neuseeländischer  Flachs  oder  Manila-  oder  Sisalhanf
benutzt  werden  soll.  Aus  der  Kokosfaser  können  Matten  und  Teppiche,  aus  der  Kapokfaser
Polsterstoffe  erzeugt  werden.  Die  tierischen  Fasern  des  Hasen  und  Kaninchens,  des  Bibers
und  Bisams  eignen  sich  zur  Herstellung  von  Filzen,  die  des  Kamels  und  Lamas  zu  Treibriemen,
mit  denen  er  gegen  Leder  und  Gummi  in  Wettbewerb  treten  muß.
Er  muß  wissen,  welche  Tierhaare  die  Eigenschaft  aufweisen,  zu  filzen,  womit  sie  zur  Wolle
werden,  daß  diese  Verfilzung  gefördert  werden  kann  und  daß  es  im  wesentlichen  die  Wiederkäuer ­
  sind,  welche  filzende  Haare,  also  Wolle  liefern.  Feine,  kürzere,  gut  filzende  Wollen  ergeben ­
  Streichgarne  und  Tuche,  langfaserige  die  Kammgarne  und  weiter  die  Cheviot-  und  Lüsterstoffe. ­
  Er  muß  in  der  Lage  sein,  einen  Stapel  durch  mehrmaliges  Herausziehen  von  Büscheln ­
  aus  der  Fasermasse  zu  bilden  und  einen  Handelsstapel  von  einem  Spinnerstapel  zu
unterscheiden  verstehen;  aus  der  Mengenverteilung  der  Faserlängen  im  Stapel  muß  er  seine
Schlüsse  auf  die  spinntechnische  Eignung  ziehen  können.  Er  weiß,  daß  die  als  Kunstwolle  im
Handel  befindlichen  Erzeugnisse  keine  künstlichen  Wollen  sind,  sondern  aus  Abfällen  zurückgewonnene ­
  Fasermassen  wie  z.  B.  Munko  aus  neuen,  Sohoddy  aus  gebrauchten  Lumpen,  Tybet
aus  tuchartigen  Geweben,  und  er  weiß  ferner,  daß  auch  bei  den  Seiden  die  echten  (vom  Seidenspinner ­
  bomby  mori),  die  wilden  (Tussa,  Kursumshi,  Anapheseiden),  die  Spinnenseiden  (der
Madagaskarspinne)  und  die  Muschelseiden  (der  Steckmuschel)  zu  unterscheiden  sind.  Und
sogar  die  Kunstseiden,  künstliche,  durch  Düsenpressung  erzeugte  endlose  Fäden  oder  Stapelfasern ­
  mit  verschiedener  chemischer  Zusammensetzung  und  vor  allem  verschiedenen  Ausgangsstoffen, ­
  nämlich  Holzzellstoff  (Viskoseseide)  und  Baumwoll-Linters  (Kupferseide,  Glanzstoff),
sind  mit  sehr  unterschiedlichen  Feinheiten,  Webeeigenschaften  und  Festigkeiten  am  Markt.
Daneben  gibt  es  Kunstseiden  aus  tierischen  Rohstoffen  (Gelatine,  Kaseinfäden),  erstere  als
Vanduraseide  bekannt.  Glas-  und  Metallfäden  (für  Litzen,  Tressen,  Theater-  und  Phantasiekleidung, ­
  Vorhänge)  und  Papiergarne  vervollständigen  die  Auswahl,  die  noch  durch  neue
Stapelfasermarken,  wie  Vistra,  Wollstra,  Cellanese,  Lamisetta  u.  ä.  erweitert  wird.  Da  die
einzelnen  Stoffe  je  nach  dem  Urstoff  sich  bei  der  Nachbehandlung  verschieden  verhalten,  muß
der  Hersteller  natürlich  schon  beim  Einkauf  auf  die  beabsichtigte  Wirkung  achten.
Nicht  alle  Gewebe  können  gewalzt  werden,  was  besondere  Glanzwirkungen  (Moire,  Cloque)
ergibt,  und  die  Färbung  und  Äppretierung  ist  ebenfalls  sehr  unterschiedlich  je  nach  den  Ausgangsstoffen. ­
  Für  Azetatseide  hat  man  besondere  Farbstoffe  aus  bilden  müssen,  wodurch  aber
teilweise  ihre  sonstigen  besseren  Eigenschaften  gegenüber  den  anderen  Kunstseidenarten,  wie
hohe  Zerreißfähigkeit  auch  bei  Feuchtigkeit,  beeinträchtigt  wurden.  Bei  der  Wolle  des  Angorakaninchens ­
  ist  die  starke  Neigung  zum  Verfilzen  und  die  Flüchtigkeit  auf  den  Maschinen  ein
Hinderungsgrund  für  die  breitere  Verwendung;  bei  der  neuerlichen  Verspinnung  von  Wolle
oder  Baumwolle  mit  künstlichen  Stapelfasern  mußten  diese  nach  Faserfeinheit  und  Kräuselung
den  anderen  natürlichen  Rohstoffen  anzupassen  versucht  werden,  da  sonst  die  Verarbeitungsmasohinen
  nicht  einwandfrei  arbeiteten.  Durch  die  Einführung  von  Kunstspinnfasern  in  die
Baumwoll-  und  Wollindustrie  werden  sogar  besondere  Anforderungen  an  den  Baustoff  der
Maschinen  und  an  die  Färbereigeräte  gestellt.  Diese  müssen  nun  sowohl  gegen  Säuren  als  auch
gegen  Alkalien  unempfindlich  sein.
Oder  um  noch  ein  Beispiel  eines  weiteren  Gebietes  zu  geben:  der  Ölindustrie,  von  der
wir  wieder  die  Industrie  der  organischen  öle  herausgreifen,  da  die  Mineralöle  nach  Herkunft
            
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