Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die  Stoffe  und  Kräfte.

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dem  Förderbunker,  zwischen  der  Seil-  und  Kettenbahn  und  der  Lokomotivförderung  im  Bergbau, ­
  zwischen  den  Baggern  und  Förderbrücken  im  Braunkohlentagebau  zeigt  die  Schwierigkeit ­
  der  Auswahl.
Ob  filtriert  oder  verdampft,  getrocknet  oder  gekühlt,  destilliert  oder  erhitzt  werden  soll,
stets  stehen  mehrere  Verfahren  zur  Auswahl,  von  denen  jedes  für  jeden  Fall  seine  Vor-  und
Nachteile  hat.  Nur  so  erklärt  sich  die  dem  Nichttechniker  oft  so  schwer  verständliche  Tatsache, ­
  daß  die  Technik  trotz  der  im  Grunde  nicht  allzu  zahlreichen  technischen  Vorgänge  eine
kaum  übersehbare  Zahl  von  Geräten  und  Maschinen  zur  Verfügung  stellt;  ein  Gewirr  von
Kesseln,  Rohrleitungen,  Rührwerken,  von  sich  drehenden  und  hin-  und  hergehenden  Stangen
und  Rädern,  das  zu  erkennen  dem  Kaufmann  schwer  wird,  aber  notwendig  ist,  sofern  er  auf
diesem  Gebiet  zu  arbeiten  sich  entschließt.
4.  Betrieb  und  Pflege  der  Maschinen  und  Apparate.  Mit  der  steigenden  Verwendung ­
  der  Maschinen  ist  natürlich  auch  die  Frage  ihrer  Bedienung  und  Pflege,
ihrer  Instandhaltung  und  Ausbesserung  eng  verbunden.  Die  handwerkliche  Geschicklichkeit ­
  und  persönliche  Erfahrung,  die  zu  jeder  Arbeitsausführung  gehört,
hat  sieh  mit  der  Einführung  der  maschinellen  und  apparativen  Arbeit  in  vieler
Hinsicht  gewandelt.
Noch  die  alte  Drehbank,  bei  der  der  Drehstahl  von  Hand  gehalten  und  geführt  wurde,
war  eine  Maschine,  die  große  handwerkliche  Geschicklichkeit  erforderte.  Schon  die  Einführung ­
  des  Supports,  der  den  Drehstahl  hielt  und  durch  eine  von  Hand  bediente  Spindel  bewegt
wurde,  verminderte  nicht  nur  die  Kraftleistung  (des  Stahlhaltens),  sondern  auch  die  notwendige ­
  Geschicklichkeit;  immerhin  erfordert  der  Vorschub  des  Supports  eine  gewisse  Weiche  der
Hand,  ein  Gefühl  für  Beanspruchungen,  um  sofort  durch  Rüokdrehen  Brüchen  oder  Reißen
des  Werkzeugs  oder  Macken  und  Rissen  im  Werkstück  begegnen  zu  können.  Auch  erforderte
die  eigene  Herstellung  der  Werkzeuge  —  der  Drehstähle  —  eine  hohe  Fertigkeit  im  Schmieden,
Feilen  und  Härten.  Der  Dreher  war  ein  vollständiger  Werkzeugmacher  und  damit  von  allen
Metallhandwerkern  einer  der  bestleistungsfähigen.
Als  dann  die  Leitspindeldrehbank  auch  die  mechanische  Führung  der  Leitspindel  übernahm, ­
  blieb  dem  Dreher  im  wesentlichen  nur  das  richtige  Einspannen  der  Werkzeuge,  das  Ansetzen ­
  des  Supports  und  die  Wahl  der  Geschwindigkeiten;  während  des  eigentlichen  Schnitts
hat  der  Dreher  nur  beobachtende  Aufgaben,  ist  er  nur  Maschinenwärter.
Jetzt  konnte  die  gleichzeitige  Bedienung  mehrerer  Maschinen  durch  einen  Mann  durchgeführt ­
  werden,  aber  zum  mindesten  nur  für  die  Einstellung  der  Maschine  ein  hochbezahlter
Fachmann,  für  die  Wartung  und  andere  Hilfsgriffe  aber  geringer  bezahlte,  jugendliche  und
weibliche  Kräfte  herangezogen  werden.  Mit  der  Revolverdrehbank,  bei  der  im  Revolverkopf
mehrere  Stähle  und  Bohrer  eingesetzt  werden,  die  dann  je  nach  dem  Arbeitsgang  —  zunächst
noch  von  Hand,  später  selbsttätig  —  durch  entsprechende  Drehung  des  Werkzeughalters
(„revolve“)  nacheinander  zum  Arbeitseingriff  kommen,  ist  dann  die  letzte  Stufe  erreicht:  der
Revolverautomat.  Der  Dreher  ist  zum  Einrichter  geworden,  den  eigentlichen  Drehvorgang
besorgt  die  Maschine  selbsttätig,  das  Revolvermädchen  setzt  durch  einen  Hebeldruck  die  Maschine ­
  in  Gang  und  stellt  sie  ab;  sogar  die  Ausschaltung  wird  noch  von  der  Maschine  häufig
selbst  besorgt;  nur  der  Nachschub  des  Materials  ist  als  wesentliche  Bedienungsarbeit  übriggeblieben. ­

Diese,  die  ganze  Werkzeugarbeit  kennzeichnende  Entwicklung  der  Drehbank  kann  in  ähnlicher ­
  Weise  bei  allen  anderen  Vorgängen  beobachtet  werden.  Ganze  Arbeitssäle,  ja  ganze
Unternehmungen  —  Preß-  und  Stanzwerke  u.  a.  —  hängen  oft  nur  von  einem  Mann  ab:  dem
Einrichter,  der  oft  auch  noch  der  Werkzeugmacher  und  der  Reparaturschlosser  ist.  Die  übrige
Belegschaft  ist  ungelernt,  angelernt.  Es  ist  im  Grunde  die  gleiche  Entwicklung,  die  bei  der
Ausgestaltung  der  Hebezeuge  vor  sich  ging:  der  Werkstättenkran  übernimmt  alle  Hebe-  und
Transportarbeiten  der  Werkstatt;  von  der  Bedienungsgeschicklichkeit  des  Kranmaschinisten
hängt  ein  großer  Teil  des  reibungslosen  Arbeitsfortschritts  im  Arbeitssaal  ab.
Durch  diese  Gestaltung  der  Arbeit,  die  auch  in  der  chemischen  und  apparativ  arbeitenden
Industrie  gleichartig  verlaufen  ist  —  man  denke  nur  an  den  Hochofenprozeß,  an  die  Kesselbefeuerung, ­
  an  die  Zucker-  und  Glasindustrie  —  ist  natürlich  die  Kenntnis  der  Maschinerie  und
Apparatur  zum  wesentlichen  Bestandteil  der  technischen  Arbeit  geworden.  Damit  ist  aber
auch  die  Instandhaltung  und  Ausbesserung  sowie  die  Bereithaltung  von  Ersatzteilen
zu  einer  brennenden  betrieblichen  Angelegenheit  geworden.
Während  bei  einfachen  Werkzeugen,  Maschinen  und  Apparaten  eine  Ausbesserung  im
eigenen  Betrieb  durch  besondere  Reparaturabteilungen  möglich  ist  und  durchweg  stattfindet,
ist  dieses  Verfahren  für  Spezialmaschinen  oft  nicht  mehr  zweckmäßig.  Man  läßt  jetzt  größere
Ausbesserungen  außerhalb  des  Betriebes  oder  aber  im  Betriebe  durch  besondere  Fachleute,  die
von  außerhalb  herangezogen  werden,  vornehmen;  der  Betrieb  beschränkt  sich  darauf,  eine
größere  Anzahl  leicht  auswechselbarer  Ersatzteile  oder  ganze  Maschinen  und  Apparate  vor ­
            
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