Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die  Menschen  im  Betrieb.

die  eigentlichen  Buchhalter,  Kassierer,  Korrespondenten  von  den  mechanischen
Arbeiten  entlastet  wurden  und  sich  auf  ihre  eigentlichen  Aufgaben  konzentrieren
konnten.  Zudem  rückten  sie  in  eine  übergeordnete  Stellung  ein  (Gruppen-,  Abteilungsleiter), ­
  häufig  sogar  mit  der  Vertretungsbefugnis  nach  außen  (Handlungsbevollmächtigter, ­
  Prokurist,  stellvertretender  Direktor).  Auf  der  anderen  Seite
bedeutete  das  Ausgliedern  der  mechanischen  Arbeiten  ein  weiteres  Absacken  von
der  eigentlichen  kaufmännischen  Grundarbeit,  für  die  Arbeitskräfte  den  Übergang
zur  Eintönigkeit  (und  Freudlosigkeit)  ihrer  Arbeit,  für  den  Wirtschaftsbetrieb
zugleich  die  neue  Aufgabe,  durch  geeignete  Maßnahmen  den  Beteiligten  die  Eintönigkeit ­
  der  Arbeit  erträglich  und  für  den  Betrieb  ungefährlich  zu  machen.
Zum  zweiten:  die  Massenhaftigkeit  und  die  Eintönigkeit  der  Nebenarbeiten
bildet  die  Grundlage  zum  Übergang  zur  Maschinenarbeit.  Die  Einführung  der
Maschine  ruft  im  Bereiche  der  kaufmännischen  Nebenarbeiten  folgende  Wirkungen ­
  hervor;  1.  Die  Maschine  vollendet  die  Scheidung  der  mechanischen  Arbeit
von  der  mehr  schöpferischen  Arbeit.  Das  Beispiel:  Die  Schreibmaschine,  die  das
Schreiben  von  dem  Entwurf  des  Briefes  trennt.  Ein  neuer  Typ  des  kaufmännischen ­
  Angestellten  ist  entstanden:  der  Maschinenschreiber  (Stenotypistin),  der
nach  Vorlagen  oder  Diktat  schreibt  und  heute  fast  in  jedem  größeren  Wirtschaftsbetrieb ­
  anzutreffen  ist.  2.  Die  Maschine  übernimmt  die  Erledigung  der  Arbeit
des  Kopierens,  Vervielfältigens,  des  Adressierens  u.  a.  m.  Die  Handhabung  der
Maschine  setzt  keinerlei  kaufmännische  Kenntnisse,  wohl  aber  einige  manuelle
Geschicklichkeit  voraus.  3.  Die  Maschine  vereinfacht  die  Arbeit,  setzt  aber  zur
Ermöglichung  dieser  Vereinfachung  eine  genaue  Kenntnis  der  Leistungsfähigkeit
der  Maschine  voraus;  Rechenmaschine  (in  ihren  Abarten  der  schreibenden  Rechenmaschinen). ­
  Hier  ist  die  Methode  der  Arbeit  geändert  und  die  Leistungsfähigkeit ­
  des  Angestellten  gesteigert  worden.  4.  Ruft  die  Maschinenarbeit  eigenartige ­
  Vorarbeiten  und  Gestaltungsaufgaben  hervor;  die  einzelne  Arbeit  muß
für  die  Maschinenarbeit  reif  gemacht  werden.  Das  setzt  genaue  Kenntnis  der  zu
leistenden  Arbeit  und  Kenntnis  der  Leistungsfähigkeit  der  betreffenden  Maschine
voraus.  In  allem:  die  (sog.  Büro-)Maschinen  sondern  die  einförmigen  Arbeiten
ab,  ersetzen  vielfach  die  Handarbeit  durch  die  Maschinenarbeit,  steigern  die  Schnelligkeit ­
  (und  Ordnungsmäßigkeit)  der  geleisteten  Arbeit  und  sie  rufen  zugleich
neue  Typen  der  kaufmännischen  Nebenarbeit  hervor.
Eine  besondere  Erwähnung  verdient  noch  die  Verwendung  von  weiblichen
Arbeitskräften  zur  Erledigung  der  kaufmännischen  Nebenarbeiten.  Die  Erinnerung ­
  ist  nicht  unwichtig,  daß  es  1882  so  gut  wie  keine  weiblichen  Angestellten  gab,
während  1933  1,578  Millionen  männliche  und  1,151  Millionen  weibliche  Angestellte
gezählt  wurden.  Das  Einströmen  von  Frauen  in  den  kaufmännischen  Beruf  hängt
zweifellos  in  erster  Linie  mit  der  durch  den  Großbetrieb  bewirkten  Aus-  und  Umgestaltung ­
  der  kaufmännischen  Nebenarbeiten  zusammen.  Für  den  Wirtschaftsbetrieb ­
  liegen  verschiedene  Gründe  vor,  die  es  nahe  legen,  von  der  Einstellung
weiblicher  Arbeitskräfte  Gebrauch  zu  machen  (wobei  freilich  zu  berücksichtigen
ist,  daß  auf  der  anderen  Seite  die  Bevölkerungsentwicklung  und  die  Politik  der
Gleichberechtigung  der  Frau  diesen  Gründen  zur  Seite  standen):  1.  Die  weiblichen
Arbeitskräfte  übernehmen  die  mehr  einförmigen  Arbeiten  gegen  geringeres  Entgelt ­
  als  ihre  männlichen  Berufsgenossen;  für  den  Betrieb  entstand  eine  Kostenersparnis ­
  (vgl.  III).  2.  Es  ist  erwiesen,  daß  gewisse  Arbeiten  von  Frauen  zuverlässiger ­
  ausgeführt  werden  als  von  Männern;  dazu  gehören  vor  allem  solche  Arbeiten, ­
  die  eine  gewisse  Fingerfertigkeit,  Geduld  und  Aufmerksamkeit  erfordern
(Schreibmaschinenarbeit).  3.  sind  Frauen  für  bestimmte  Arbeiten  besonders  veranlagt: ­
  als  Verkäuferinnen  in  den  offenen  Ladengeschäften  (mehr  als  die  Hälfte
sämtlicher  von  der  Statistik  erfaßten  Verkäufer  sind  Frauen).  4.  Die  Eigenarten
            
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