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Zusammenbruch unseres Wirtschaftssystems nicht in Anspruch genommen
werden. Das bare Geld kann auch nicht zu heftig entzogen werden,
denn es ist als Blut des Wirtschaftskörpers unentbehrlich. Immerhin
ist hier eine mäßige Beschlagnahme möglich, da es ja dem Wirtschafts
körper sofort durch die laufenden Staatszahlungen wieder zugeführt
wird. Das gleiche gilt für Wertpapiere, die zur Zahlung größerer
Staatsausgaben benutzt werden können. Hieraus ergibt sich, daß nur
der Teil des Volksvermögens durch eine Konfiskationssteuer erfaßt
werden kaun, der im Sinne des Zahlungsverkehrs beweglich ist und
somit fiüssiges Kapital darstellt, also Papiernoten und Wertpapiere.
Das aber ist nur ein kleiner Teil des gesamten Volksvermögens,
denn den weitaus größten Teil haben die Volksmitglieder als sach
lichen Besitz, ohne daß er in Form von Wertpapieren eingefangen ist.
Wir haben also erstens die Tatsache ermittelt, daß unser
gegenwärtiges Steuersystem nicht ergiebig genug ist, und zweitens
auch die Gründe dafür, warum es so ist, und bei der Verkehrtheit
des Systems so sein muß. Das legt den Gedanken nahe, auf den
auch die Regierung gekommen ist und den sie jetzt ausgestalten will,
das gegenwärtige Steuersystem zu größerer Ergiebigkeit zu bringen.
Ein gutes Steuerwesen muß — das ist der zweite steuerliche Grund
satz der Finanzwirtschaft — hierzu ohne Schwierigkeit gebracht werden
können. Wie steht es nun betreffs dieses Punktes mit unserm der
zeitigen Steuerwesen? Hier muß festgestellt werden, daß auch hierin
unser geltendes Steuerwesen versagt; man denke sich z. B. die praktische
Durchführung des an sich ja naheliegenden Gedankens, die Steuersätze
allgemein und gleichmäßig zu erhöhen. Ungeahnte Wirtschaftskämpfe
und wahrscheinlich die völlige Zerrüttung unseres Wirtschaftslebens
würden die Folge sein. Mit einer einfachen Erhöhung der Aus
gestaltung des gegenwärtigen Steuerwesens ist es also nichts, dazu
verstößt dieses, wie dargelegt, zu sehr gegen die steuerlichen Grund
sätze der Gerechtigkeit, der Volkswirtschaft und, was praktisch zunächst
ins Gewicht fällt, der Finanzwirtschast.
3. Teil.
Das neue System.
Gegenüber diesen offenbaren Mängeln der gegenwärtigen Steuer
methoden glaube ich einen Vorschlag machen zu können, der zwar in
die Entwicklung des Steuerwesens eine radikale Umwälzung bringen