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die dem Handelsmanne« (Gewinn) ndem Geldhändler« (Zins) nund
dem Mietherrn« (Grundrente) »zustehende Quote abnimmt, indem
sich dann die Preise der Rohmaterialien und der Fabrikate immer
nähern und der Mensch freier wird, während die Zirkulation sich
beschleunigt«. Zum richtigen Verständnis dieses Satzes citieren wir
den korrespondierenden Ausspruch auf Seite 534: »Je mehr die
Preise der Arbeit und der Rohprodukte des Bodens steigen und je
mehr die Preise der Fabrikate fallen, je mehr sich also beide
nähern, desto kleiner wird der Spielraum sein, in welchem sich
der Gewinn, der Zinsfuß und die Grundrente bewegen, und desto
größer die Quote des Menschen und des von ihm bebauten Grund
und Bodens«. Auf Seite 531 sagt er ferner: »Das Kapital ist
das Werkzeug, dessen sich der Mensch bei seinen Bestrebungen,
Macht über die Natur zu erlangen, bedient, und folglich hat alles,
was die Tendenz hat, seine Macht über dieses Werkzeug zu ver
mehren, auch die Tendenz zur Gleichheit und Freiheit und zur
Erhebung der Arbeit der Gegenwart auf Kosten der Ansammlungen
der Vergangenheit. Alles dagegen, was die Macht des Werkzeuges
über den Menschen vergrößert, hat die Tendenz, diese Ansamm
lungen aut seine Kosten zu erheben, die Ungleichheit zu fördern
und die Sklaverei wieder herzustellen. Da nun die Macht des Menschen
Über das Werkzeug mit dem Zuwachs der Association und diese
niit dem Zuwachs der Mannigfaltigkeit der Beschäftigung wächst,
so folgt hieraus notwendigerweise, dass der Weg zur Freiheit des
Menschen in der Richtung liegt, die zur Entwickelung der ver
schiedenen Fähigkeiten der Individuen führt, aus welchen die Ge
sellschaft sich zusammeusetzt«.
Oline die weiten Gesichtspunkte Careys erfasst zu haben, ist
Max Wirth ') der exakten Forschungsrichtung des großen Ameri
kaners gefolgt, und das Resultat ist eine sonderbare Verquickung
exakt angelegter Fragen und empirischer Folgerungen. Wir haben
schon weiter oben erwähnt, wie Careys Epigonen seine Theorie über
en Unternehmergewinn in ganz falscher Auffassung zu der ihrigen
gemacht haben. Wirth schreibt im I. Bande, S. 289: »Der Gewinn«
eine rein Careysche Ausdrucksweise — »ist der Ertrag, welcher
von einem ueugeschañenen Produkte übrigbleibt, nachdem der
Arbeitslohn und das Umlaufskapital abgezogen sind. Als Kunz sich
selbst Ochsen und Pflug anschaflfte, war er Unternehmer, und sein
1 Urundzüge der Nationalökonomie. 2 Bände (Köln 1861—69).
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