Full text : Über asiatische Wechselkurse

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2.  Der  Wechselkurs  von  Singapur.
Die  britische  Kronkolonie  Straits  Settlements  (Straßensiedlungen), ­
  39  509  qkm  groß  mit  612  000  chinesisch-malayischen
  Einwohnern 1 ),  besteht  aus  den  Gebieten  Singapur,
Malakka,  Penang  und  Wellesley;  als  natürliches  Hinterland
kommen  hierzu  die  ebenfalls  unter  britischer  Herrschaft
stehenden  Vereinigten  Malayenstaaten  mit  88  000  qkm  und
830  000  Einwohnern.  Die  Hauptstadt  der  Straits,  Singapur,
auf  der  gleichnamigen,  dem  südlichsten  Ende  der  Halbinsel
Malakka  vorgelagerten  Insel  mit  184  000  Bewohnern  verdankt ­
  ihre  Stellung  als  erster  Markt  im  malayischen  Archipel ­
  einer  auch  für  den  fremden  Handel  liberalen  Handelspolitik ­
  der  Regierung,  vor  allem  aber  der  natürlichen  Lage.
Etwa  gleichweit  von  Ceylon  und  Hongkong  und  von  Kalkutta ­
  und  Australien  entfernt,  schließt  Singapur  den  Eingang ­
  zum  chinesischen  Meer;  ein  Kreis  mit  dem  Mittelpunkt
Singapur  und  einem  Radius  von  1000  englischen  Meilen
schneidet  oder  schließt  ein:  Siam,  Borneo,  die  Philippinen,
Cochinchina,  die  holländischen  Besitzungen  in  Java,  Sumatra ­
  und  den  malayischen  Archipel.  Singapur  ist  daher  zu
einem  großen  Stapelplatz  für  einen  wichtigen  Teil  des
Ostens  geworden,  nach  dem  die  Erzeugnisse  dieser  Länder
zusammenfließen  und  von  dem  aus  die  europäischen  Waren
verteilt  werden,  Vielfach  ist  dieser  Verkehr  noch  reiner
Tauschhandel,  der  von  indischen,  arabischen  und  chinesischen ­
  Händlern  betrieben  wird.  So  besteht  z,  B.  zwischen
Singapur  und  seinem  größten  Abnehmer  europäischer  Manufakturwaren ­
  Siam  —  Siam  bezieht  rund  70%  seines  Imports
von  Singapur  und  gibt  dafür  namentlich  Reis  —  fast  ausschließlich ­
  chinesischer  Tauschhandel  großen  Stils.  Der
Handel  mit  Europa,  Amerika  undAustralien  wird  vonEuropäem
  beherrscht,  während  der  Verkehr  mit  Indien  und
China  in  den  Händen  von  Indiern  und  Chinesen  ruht.
Allerdings  hat  die  Stellung  Singapurs  als  Umschlagsplatz
I)  Nach  „Zur  Handelsorganisation  in  den  Straits-Settlements  und
den  Vereinigten  Malayenstaaten",  Berichte  über  Handel  und  Industrie, ­
  Bd.  XI,  1908,  Heft  9,  ebenso  Bd.  X,  1907,  Heft  10,  und  Heinrich ­
  XXXII.,  Prinz  Reuß  j.  L.:  „Die  Vereinigten  Malayenstaaten",
in  Schmollers  Jahrbuch  1910.
            
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