Full text : Der Zucker im Kriege

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dessen  höhere  Erträge.  —  Die  Steigerung  des  Hackfruchtbaues,  d.  i.
hauptsächlich  die  des  Rübenbaues  auf  schwerem  und  des  Kartoffelbaues ­
  auf  leichtem  Boden,  führt  uns  dem  Ziele  näher,  die  Ernährung ­
  unseres  Volkes  aus  den  Erzeugnissen  deutschen  Bodens  zu
decken.  —  AIs  der  Rübenbau  eingeführt  wurde,  so  sagt  Professor
von  Rümker  in  einem  1914  gehaltenen  Vortrage,  war  man  sehr
im  Zweifel,  ob  die  Anbaufläche,  die  dem  Getreide  zugunsten  des
Rübenbaues  verloren  ging,  nicht  schädlich  wirken  würde,  und  ob  dieser
Verlust  an  Anbaufläche  uns  nicht  mit  der  Brotversorgung  des  Volkes
in  Zwiespalt  bringen  würde.  Diese  Befürchtungen  haben  sich  nicht
nur  nicht  bewahrheitet,  sondern  das  Gegenteil  ist  eingetreten.  Mit
der  Einführung  des  Rübenbaues  gleichzeitig  sind  in  den  betreffenden
Wirtschaften  die  Durchschnittserträge  des  Weizens  um  2  bis  4
Zentner  vom  Morgen  gestiegen,  beim  Roggen  um  l 1 ^  bis  3  Zentner,
bei  Gerste  um  2^  bis  Zentner,  beim  Hafer  um  bis  2
Zentner,  so  daß  der  Verlust  an  Anbaufläche  überreich  durch  die  Mehrerträge ­
  von  der  Flächeneinheit  ausgeglichen  worden  ist.  Das  ist,  wie
oben  erwähnt,  daraus  zu  erklären,  daß  die  hohen  Ansprüche,  welche  |
die  Hackfrüchte  an  Arbeit,  Düngung,  Pflege  der  Felder  stellen  und  die
erfüllt  werden  müssen,  weil  sonst  keine  lohnende  Rübenernte  gemacht
werden  könnte,  zugleich  die  günstige  Folge  haben,  daß  auch  alle
anderen  Früchte,  die  auf  dem  gleichen  Boden  abwechselnd  mit  der
Rübe  gebaut  wurden,  ihren  Vorteil  davon  hatten.  Viele  Vorsorge
hat  man  den  anderen  Feldfrüchten  nicht  um  ihrer  selbst  willen  zuteil
werden  lassen,  sondern  der  Rübe  zuliebe,  die  dann  nach  ihnen  kommen
sollte,  damit  diese  das  Land  in  einem  Zustande  vorfand,  wie  sie  cs
brauchte.  Der  Rübenbau  ist  damit  der  Erzieher  der  Landwirtschaft
zur  Intensität  und  zur  Steigerung  der  Produktion  gewesen.
Die  Zahlen  bestätigen  uns,  daß  wir  die  hohe  Stufe  unserer
heutigen  landwirtschaftlichen  Kultur  vornehmlich  durch  den  zunehmenden ­
  Hackfruchtbau  erreicht  haben.  Im  Durchschnitt  der  Jahre
1907  bis  1912  betrug  der  Anbau  der  Hackfrüchte  von  der  gesamten
Ackerfläche  in  Deutschland  14,6  °/„  (davon  etwa  2,5  °/ 0  Zuckerrüben),
in  Österreich-Ungarn  10,0  °/„,  in  Frankreich  nur  6,5  °/„,  in  Italien
3,6  °/o,  in  Rußland  3,3  °/,,  in  Großbritannien  2,4  °/ 0 .  Damit  hängt
die  überragende  Leistungsfähigkeit  der  intensiven  deutschen  Landwirtschaft ­
  eng  zusammen.  Je  weiter  wir  den  Anteil  des  deutschen
Hackfruchtbaues  an  der  gesamten  Ackerfläche  erhöhen,  um  so  eher
wird  es  möglich  sein,  die  Bevölkerung  aus  der  eigenen  Landwirtschaft
zu  ernähren.
Der  Anbau  der  Zuckerrüben  in  größerem  Umfange  ist  aber  an
das  Vorhandensein  der  Zuckerfabriken  geknüpft.  Treffend  sagt
            
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