Full text : Der Zucker im Kriege

61

Bruchteile  eines  Hundertteiles  begnügen  müssen;  dagegen  pflegte  er
jetzt,  wie  die  schon  früher  micdergegebene  Tabelle  zeigt,  einen  wesentlich ­
  größeren  Gewinn  für  sich  in  Anspruch  zu  nehmen.  Es  wurde
daher  bestimmt,  daß  der  Großhandels-Höchstpreis  ausschließlich  der
Transportkosten  den  Verkaufspreis  der  frachtgünstigst  gelegenen
Raffinerie  höchstens  um  5  Hundertteile  übersteigen  dürfte.  Durch
die  Festsetzung  von  Großhandels-Höchstpreisen  war  den  Landeszentralbehörden ­
  die  Möglichkeit  gegeben,  ihrerseits  unter  Berücksichtigung
dev  örtlichen  Eigentümlichkeiten  Kleinhandels-Höchstpreise  festzusetzen.
In  Fällen  besonderen  Bedarfes  konnte  der  Zuschlag  mit  besonderer
Genehmigung  auf  7  v.  H.  festgesetzt  werden.
e)  Regelung  des  Verkehrs  mit  Zucker  im  Betriebsjahre ­
  1915/16.  Die  für  die  Zuckerbewirtschaftung  im
Betriebsjahre  1914/15  getroffenen  Maßnahmen  wurden  für  das  Betriebsjahr ­
  1915/16  im  allgemeinen  beibehalten.  Wesentliche  Veränderungen ­
  ergaben  sich  nur  in  der  Freigabe  der  Kontingentsanteile
und  in  der  Festsetzung  der  Preise  für  Rohzucker  und  VerbrauchSzuckcr.
Entsprechend  dem  voraussichtlich  größeren  Zuckerbedarf  im  Winter
wurde  durch  die  Bekanntmachung  voin  26.  August  1915  bestimmt,  daß
von  dem  im  Betriebsjahre  1915/16  in  den  einzelnen  rübcnverarbeitenden
  Fabriken  hergestellten  Rohzucker  55  Hunderttcile  der  voraussichtlichen ­
  Gewinnung  bis  zum  Ende  Dezember  an  die  Verbrauchszuckcrfabriken
  verteilt  werden  sollten.  Hierbei  hatten  die  Lieferungen
von  15  Hundertteilen  im  Oktober,  von  20  Hundertteilen  im  November
und  weiteren  20  Hundcrtteilcn  im  Dezember  zu  erfolgen.
Bei  der  Festsetzung  der  P  r  e  i  s  e  für  Rohzucker  und  Verbrauchszucker ­
  ging  man  von  der  Anschauung  aus,  daß  die  Zuckererzeugung  in
Anbetracht  des  Rückganges  der  Anbaufläche  und  des  schlechten  Standes
der  Felder  einen  Ansporn  erfahren  müsse.  Einzelne  Rohzuckerfabriken
hatten  die  Absicht,  den  Betrieb  in  dieser  Kampagne  überhaupt  nicht
aufzunehmen,  während  andere  mit  der  Aufnahme  des  Betriebes  noch
zögerten.  Ferner  sollte  den  Landwirten  durch  eine  Erhöhung  des
Rohzuckerpreises  eine  bessere  Bezahlung  der  Rüben  gewährleistet  und
damit  die  Verfütterung  der  Zuckerrüben  eingeschränkt  werden.  Der
Preis  für  Rohzucker  wurde  um  2,50  Jl  höher  als  im  Beginn  des
abgelaufenen  Betriebsjahres,  mit  12  Jl  für  60  kg  ohne  Sack  frei
Magdeburg  festgesetzt.  Dieser  Preis  sollte  eine  Bezahlung  der  Rüben
mit  etwa  1,25  Jt  für  den  Zentner  ermöglichen.  Bei  Lieferungen
nach  dem  31.  Dezember  sollte  sich  der  Preis  am  1.  jedes  Monats  um
10  Hs,  bis  zum  Höchstpreise  von  12,50  Jl,  erhöhen.  Für  Verbrauchszucker ­
  wurde  dementsprechend  der  Preis  für  50  kg  gemahlenen  Melis
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.