den Schafen konnte die Licferungsziffer durch das Verhältnis der
angeforderten Tiere zur Gesamtzahl der vorhandenen Schafe er
rechnet werden.
Diese Verhältniszahlen bedeuteten die Inanspruchnahme der
Viehbestände des Reiches in den einzelnen Gattungen.
Auf Grundlage dieser Errechnung ergab sich eine Anfor
derung aus dem ReichSviehbestaude für die Umlageperiode vom
1. April bis 30. Juni 1916:
bei Rindern.... von 5,09% der Rinder über 3 Monate,
„ Kälbern.... „ 5,70 % „ Kühe nnd Kalbinnen über 2 Jahre,
„ Schweinen.. „ 13,60% „ Tiere über ‘/s Jahr,
„ Schafen 7,09% „ 'Gesamtschafzahl.
Es war notwendig, die Deckung des Gesaintbedarfes in der Weise
vorzunehmen, daß im gleichen Verhältnis, wie es beim Reichsvieh-
bestande errechnet worden war, die Viehbestände jedes einzelnen
Bundesstaates anteilig herangezogen wurden. Die Summe der auf
diese Weise errechneten Aufbringungszifsern aller Bundesstaaten
mußte rechnerisch wieder den Gesamtbedarf des Reiches ergeben.
Die Verschiedenheit des Bedarfes einerseits und die Abgabefähigkeit
des Viehbestandes anderseits brachten cs mit sich, daß in dem einen
Bundesstaate die insgesamt ausgebrachte Viehmenge nicht ausreichte,
um den eigenen Bedarf zu decken, während in anderen Bundesstaaten
die aufzubringende Zahl mehrmals ein Vielfaches des eigenen Bedarfes
ausmachte. Die Gesamtaufbringungsziffcr jedes einzelnen Bundes
staates wurde nun zunächst zur Deckung des Bedarfes seiner eigenen
Zivilbevölkerung verwandt, während der Überschuß dazu diente, die
jenigen Staaten zu versorgen, in denen die GesamtaufbringungS-
ziffer kleiner war als der Bedarf der eigenen Zivilbevölkerung, und
vor allem dazu, die Ansprüche des Feldheeres zu befriedigen.
Während in Friedenszeiten der Bedarf durch die viehreichr»
Bezirke gedeckt wird, war durch die starken Eingriffe, die unsere
Viehbestände überall erfahren hatten, die Lage nunmehr so geworden,
daß die Abgabefähigkeit auch dieser Überschußgebiete erschöpft war,
so daß Viehlieferungen von den Bundesstaaten überall als Last
empfunden wurden. Eine besonders starke Heranziehung der vieh
reicheren Gebiete war außer aus diesem Grunde auch deshalb unmöglich,
weil durch die Kriegsverhältnisse viehliefernde Gebiete, wie z. 23*
das Elsaß und vor allem Ostpreußen, nicht mehr abgabesähig warem
Es wurde infolgedessen notwendig, prozentual alle Bundesstaaten >>'
gleicher Weise heranzuziehen, wobei sich eine höhere Leistung der