Full text: Bilanztechnik und Bilanzkritik

Auf Depositenkonto wurden täglich durchschnittlich (300 Arbeitstage) 
402 336 Jl vereinnahmt, 
393 644 „ verausgabt, 
so daß durchschnittlich 8 692 Ji neue Gelder zur freien Verfügung 
standen. 
Das Bruttoerträgnis der Immobilien ist 30,6%, der Reinertrag 17 %%• 
Die hier angegebenen Verhältnis zahlen lassen den Rhythmus noch nicht 
erkennen, man muß sie für ein paar Jahre hintereinander berechnen und zum 
Vergleich auch die genau ebenso berechneten Zahlen anderer Banken heran 
ziehen (vgl. auch S. 206). 
Seit 1. Januar 1909 bis zum Ausbruch des Weltkrieges 
veröffentlichten die Berliner Großbanken — mit Ausnahme der 
Berliner Handelsgesellschaft — Zwischenbilanzen in zweimonat 
lichen Zwischenräumen; ihnen hatten sich die bedeutenderen 
Provinzbanken angeschlossen. Diese Zweimonatsbilanzen wurden 
vom 1. Januar 1912 ab nach einem neuen ausführlicheren Schema 
aufgestellt, ein Schema, das den Forderungen teilweise gerecht 
wird, die in der Bankenquete und in der Presse gestellt*) wur 
den. Es soll dem freien Ermessen jeder Bank überlassen bleiben, 
bei ihren Veröffentlichungen noch über den Inhalt dieses Schema 
hinauszugehen. Eine Schematisierung des Gewinn- und Verlust- 
Kontos wurde nicht verlangt. 
Mit Recht schrieb die Frankfurter Zeitung (1. April 1909) 
beim erstmaligen Erscheinen der Zweimonatbilanzen; 
Zum ersten Male lernt man also den Status der Großbanken n ; cht 
nur im Sonntagsgewande des Jahresabschlusses kennen, kunstvoll frisiert 
und hergerichtet, sondern man ist in der Lage, die Banken bei der Arbeit 
zu verfolgen, allerdings ohne daß man deshalb zu der Illusion berechtigt 
wäre, sie nun wirklich ohne Puder und Schminke im Werktagskleide zu 
sehen. — Die bekannten Toilettekünste sind zwar um so schwieriger an 
zuwenden, je häufiger man sie braucht, aber unmöglich sind sie nicht; 
auch in den Zweimonatsbilanzen behalten die Zahlen die Fähigkeit, viel 
zu verschweigen und wenig zu verkünden. 
Ausführlich äußerte sich dieses angesehene Finanzblatt 
(28. Februar 1911) zu dem neuen Schema wie folgt; 
Aktiva Schema seit 1912. (Vgl. S. 232.) Passiva 
1. Nicht eingezahltes Aktienkapital. 1. Aktienkapital. 
2. Kasse, fremde Geldsorten und 2. Reserven. 
Kupons. 
i) Vgl. Plutus 1911, S. 163 ff. 
272 
Bankbilanzen.
	        
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