Object: Tonkunst, Bildende Kunst, Dichtung, Weltanschauung (E,1.1902)

Dichtung. 
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Auftauchen starker Neuerer der dramatischen Dichtung ab— 
zuwarten, zu befriedigen. 
Schon in den siebziger Jahren hatten darum hierher 
gehörige Versuche begonnen; in den Reformen der Meininger 
Bühne kamen sie zunächst noch dem historischen Drama und 
dem Drama der klassischen Litteraturperiode zu gute. Indes 
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des Gegenwartdramas und verwandelte sich damit zu einer 
unmittelbaren Vorwirkung des ausgesprochenen Impressio— 
nismus. 
Im Theaterwesen selbst aber ging man noch weiter. Um 
den Schlendrian der bestehenden Praxis zu brechen, erschien 
die Begründung einer Musterbühne notwendig; 1883 kam es 
nach dem freilich nicht erreichten Muster der Comédieé frangaise 
zur Begründung des Deutschen Theaters in Berlin. 
Und ein paar Jahre darauf wurde dann Ibsen in Berlin 
auf die Bühne gebracht: durch ein Vorstadttheater zunächst, 
das Residenztheater, an dem Anno eine treffliche Schauspiel— 
truppe speziell zur Darstellung des modernen Dramas durch— 
bildete. 
Da aber Ibsen doch nur sehr spärlich gegeben wurde und 
die neuen nationalen Dramatiker auf der Bühne so gut wie 
gar nicht zu Worte gelangten, so suchte die Ungeduld des 
Sturmes und Dranges der achtziger Jahre noch nach einer anderen 
Möglichkeit, das neue Drama zur Aufführung zu bringen. 
Sie fand sich in den sogenannten Freien Bühnen, Gesellschafts— 
unternehmungen zunächst nur der Kreise, die sich für die neue 
Kunst begeisterten. Die Idee ging, nicht ohne Einfluß des 
Pariser Théatre libre Antoines — das aber ein Geschäfts— 
unternehmen war und ist —, in Berlin zunächst von Theodor 
Wolff und Maximilian Harden aus; an die Spitze der ersten 
Freien Bühne schwang sich dann als Leiter Otto Brahm. Und 
diese Bühne wurde nun ganz in den Dienst der jungen Be— 
wegung gestellt; im ersten Spieljahr (188990) wurden neben 
Dramen von Björnson, Strindberg, Tolstoj und den Goncourts 
Stücke von Anzengruber, Fitger, Hauptmann, Holz und 
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