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Volkswirtschaft und ihre besonderen Muster und Waren. Der
Welthandel umfaßt seiner Natur nach vorzugsweise Roh-
und Halbstoffe. In der Volkswirtschaft dagegen ist der Geld-
wie Warenhandel planmäßig auf die gesamten Kräfte
der Volkswirtschaft aufgebaut, richtiger gesagt: er organisiert
diese Kräfte (soweit eben der Handel als Organisator dafür
in Frage kommt) von sich aus; dadurch entsteht eine hier
archische Gliederung der Märkte als innere Größtmärkte
(die führenden Märkte innerhalb der eigenen Volkswirtschaft),
innere Awischenmärkte und innere Kleinmärkte, denen sich
schließlich Einzelhandel und Haushalt angliedert. — In dem
dargelegten Unterschiede der Marktreife liegt auch, welche
Unterschiede in der Hervorbringungsreife bestehen: daß näm
lich, wie erwähnt, die weltwirtschaftliche Warenerzeugung viel
wesentlicher Rohstofferzeugung (nebst Erzeugung von Sonder
waren monopoloider Art) ist, als die volkswirtschaftliche.
Als eine eigene Unterganzheit der Volkswirtschaft haben
wir oben die „Gebietswirtschaft" bezeichnet. Darunter ver
stehen wir die durch öffentliche Unterverbände, wie Bundes
staaten oder Gaue (Provinzeü), Sprengel und Gemeinden
geschaffenen Wirtschaftsgebiete und zwar nicht soweit sie als
Staatengebilde in Frage kommen, sondern soweit in
ihnen arteigenes Kapital höherer Ord
nung zur Anwendung kommt! Dies geschieht z. B.
durch eigene Steuern, eigene Verkehrsvorsorgen, wie etwa
eigeneBahnen mit eigenen Tarifen, durch eigeneBauordnungen,
eigene Sozialpolitik, eigene Gesetze und Sonderrechte, eigene
Begünstigungen und wirtschaftspolitische Maßnahmen aller
Art. (Während der Inflationszeit traten diese volkswirt
schaftlichen Unterganzheiten sogar durch ihr eigenes „Notgeld"
oft deutlich hervor.)
Den Gebietswirtschaften bzw. der Volkswirtschaft unter
geordnet oder die Gebietswirtschaften (und sogar Volkswirt-