Full text: Tote und lebendige Wissenschaft

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Handlung für sich, ebensowenig ihr Bezug in einem psycho 
logischen oder anderen Zusammenhang, ist irgend maßgebend, 
ob und in welchem Sinne eine Handlung wirtschaftliche 
Art erlange, sondern einzig und allein die Eingliederung 
in die wirtschaftliche Ganzheit! Was jeder Handlung je 
weils vorgegeben ist, ist der überindividuelle Gliederbau 
der Volks- und Weltwirtschaft, was ein subjektives Handeln 
zum wirtschaftlichen macht, ist die Eingliederung in diesen 
Bau, ist die Erlangung der Gliedhaftigkeit innerhalb des 
selben. 
Damit sind wir aber zu dem wichtigsten Ergebnis ge 
langt: daß es die Frage des individuellen Ursprunges der 
wirtschaftlichen Handlungen im rein wirtschaftlichen Denk 
bereiche gar nicht gibt. Von wem die Handlungen persönlich 
herrühren, ist keine wirtschaftliche Frage, sondern eine geistige, 
gesellschaftliche, psychologische, technische. Ob z. B. die Hand 
lungen von Personen oder von Automaten herkommen, ist 
(außerhalb der wirtschaftlichen Eigenschaften, die da 
durch mitgebracht werden) keine wirtschaftliche Frage, ist im 
rein wirtschaftlichen (allerdings nicht im sittlichen, religiösen, 
geistig-gesellschaftlichen) Denkbereiche unstellbar; wie denn auch 
in Wirklichkeit die Maschinenarbeit und die persönliche Arbeit 
beide nur nach wirtschaftlichen Eigenschaften Wirtschaftsbestand 
teile sind — niemals nach psychologischen oder anderen Eigen 
schaften, die vorwirtschaftlicher, nachwirtschaftlicher, überwirt 
schaftlicher oder irgendwelcher anderer Art sind. Nur die 
Eigenschaft, einem wirtschaftlichen Ganzen eingegliedert zu 
sein (genauer ausgedrückt: als Mittel für Ziele einen be 
stimmten Rang in der Ganzheit von Mitteln einzunehmen), 
macht eine Handlung zum Glied, und nur diese ihre Glied 
haftigkeit ist auch ihre wirtschaftliche Beschaffenheit. Der 
individuelle Ursprung kann wirtschaftlich gar nicht zu Ende ge 
dacht werden, weil die wirtschaftliche Denkweise nur im sinn-
	        
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