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den Wechsel von sachlichen Eingliederungen und Abhängig
keiten); nicht die Individuen L und P waren es, die für sich
tauschten und wirtschafteten, sondern der landwirtschaftliche
Betrieb L, und der Pferdezuchtbetrieb P haben eine Verände
rung dadurch erfahren, daß ein Erzeugnis des Betriebes P
in den Betrieb L überging und der Betrieb P dafür einen Gegen
wert empfing, welcher die Aurückführung anderer Erzeugnisse
aus anderen Betrieben der Volkswirtschaft in den Betrieb L
in sich schließt.
Das Gleiche gilt bei allen anderen Tausch- und Kaufvor
gängen. Ob der Gastwirt ein Faß Wein, ob, um selbst die
äußersten Beispiele zu wiederholen, der rein spekulativ vor
gehende „Schieber" einen Wagen Fett kauft, ob ein Finanz
mann die Aktienmehrheit erwirbt: immer sind es nicht Gast
wirt X, nicht Schieber X noch Finanzmann X, die in Frage
kommen, sondern die objektiven Vorgänge im Weinbergs
und Gasihausbetriebe, in den Fetterzeugungs- und Fett
verwendungsbetrieben, in der organischen Verbindung des
neu „kontrollierten" Aktienbetriebes mit den anderen Be
trieben des Finanzmannes als Vor- und Nachstufen der Er
zeugung, die in Frage kommen. Nur Vorgänge im Gliederbau
der Ganzheit „Wirtschaft" sind wirtschaftlicher Art, subjektive
Vorgänge und Handlungen sind es als solche niemals.
In dieser eben dargelegten Erkenntnis, daß immer „Ge
bilde", „Betriebe", kurz Organe, Unterganze der Volkswirtschaft
es sind, die beim Tausch verändert werden, liegt das Wesent
liche der universalistischen Erklärung der Tauschvorgänge.
Und hierin allein liegt die Urentscheidung, welche den Gegen-
satz „individualistisch-universalistisch" in die Mitte stellt und
unausweichlich macht: daß entweder der einzelne Tauscher
mit der einzelnen Tauschhandlung für sich, selbstwüchsig, primär,
und das ist individualistisch und atomistisch, betrachtet wird;
oder daß er als nur scheinbar für sich, in Wahrheit aber stets