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im Westen mit 1295 m Scheitelhöhe. Um dem
Gotthard den Vorsprung zu sichern, kommen die
Bundesbahnen dem französischen Projekt eines Mt.
Cenis-Basistunnels^) zuvor durch den Bau eines
Hauenstein-Basistunnels, der die gegenwärtige
Scheitelhöhe um 110 m tiefer legen und die Zu
fahrt zum Gotthard beschleunigen soll. Die Gott
hardbahn öffnet der Schweiz den Zugang zum Nächst
liegenden Seehafen, zu Genua. Auf diesem Weg
gelangt der Weizen Südosteuropas in unser Land.
5. Simplon-Lötschberg. Die Simplon-
bahn führt aus dem östlichen und nördlichen Frank
reich durch die Westschweiz über Vallorbe, Lausanne
und Simplontunnel nach Norditalien; hier mündet
sie in den Städten Mailand und Turin. Nach
der Eröffnung der Zufahrtslinie Delle-Bern-Lötsch-
berg, deren Einzugsgebiet das industrielle Nordost
frankreich, Belgien und England umfaßt, wird sie
auch einen Teil des bisherigen Gotthardverkehrs
an sich ziehen. Es wird überdies geplant, durch den
Juradurchstich Frasne-Vallorbe für die Simplon-
linie, durch die Kürzung Münster-Lengnau für
den Lötschberg eine bessere Zufahrt zu schaffen.
Vorläufig ist der Gütertransport durch den Sim-
Plon noch gering und steht in keinem Verhältnis
zu den hohen Baukosten; von den neuen Zufahrten
erwartet man eine starke Steigerung des Verkehrs.
Gegenüber allen andern Alpenbahnen ist der Sim-
plon mit einer Scheitelhöhe von nur 705 m in
^em 20 km langen Basistunnel in beträchtlichem
Vorteil. Dagegen hat die Lötschbcrgbahn ün 13 km
langen Tunnel die Höhe von 1249 m zu über
winden.
Bahnprojekte. Die zwei durchgehenden Alpen-
*) D. h. der Tunnel geht durch den Fuß oder die
Basis des Gebirges.
Stmplon-
Lötschberg
Bauprojekte