Full text: Brauerei F. A. Ulrich, Leipzig

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trinker heute in Deutschland die Gewißheit, daß ihm ein reiner, unverfälschter Trank vorgesetzt wird, der 
mehr als ein vorübergehendes Genußmittel ist. 
Die wissenschaftliche Erkenntnis, daß ein mit derartigen Stoffen hergestelltes Getränk mit Maß 
genossen nicht nur vollkommen unschädlich, sondern sogar nährkräftig ist, erweist sich auch als wirk 
samster Schutz gegen die Übertreibungen der Abstinenzbewegung, die, soweit sie sich gegen den Bier 
genuß wendet, durchaus unberechtigt ist, weil das Bier von allen alkoholischen Getränken das alkohol 
ärmste ist. Beider besteht auch in Deutschland in den letzten Jahren eine fanatische Abstinenzbewegung. 
Die Anhänger derselben sind vielfach solche Personen, die durch übermäßigen Genuß ihrer Gesundheit 
geschadet haben oder 
von Natur aus kränklich 
veranlagt sind. Weil für 
sie nun eine entsagende 
Bebensweise nötig ist, 
fordern sie auch von ge 
sunden Menschen das 
gleiche. Ist das richtig? 
Manche der Führer, unter 
denen es übrigens auch 
solche gibt, die die Ab 
stinenz als Mittel zum 
Zweck benutzen, um sich 
einen Namen zu machen, 
geben zu, daß sie die 
Abstinenz fordern, um 
die Mäßigkeit zu er 
reichen. Wer viel fordert, 
erzielt in der Regel doch 
etwas. Sie setzen dabei 
voraus, daß die meisten 
Menschen zu wenig 
Energie besitzen, Maß 
zu halten. Daß der 
mäßige Biergenuß nicht 
nur harmlos,sondern auch 
nährkräftig ist und die 
Verdauung befördert, ist 
von wissenschaftlichen 
Autoritäten des öfteren 
ausgesprochen worden. 
Von 89 deutschen me 
dizinischen Universitäts- 
Teilansicht eines Bagerkellers mit emaillierten Stahltanks von 
je zirka 200 hl Inhalt 
Professoren waren 88 der 
Ansicht, daß völlige Ent 
haltsamkeit für den nor 
malen Menschen nicht 
notwendig sei. Dr. med. 
et phil. B- Kaufmann, 
Halle a. d. Saale, sagt: 
,,Völlige Enthaltsamkeit, 
sowie Alkoholmißbrauch 
sind Extreme, der goldene 
Mittelweg ist mäßiger Ge 
nuß.“ Hofrat Professor 
Dr. Vierordt, Heidelberg, 
Geh. Rat Professor Dr. 
Eöffler, Greifswald, Ober- 
Medizinal-Rat Professor 
Dr. Bollinger, München, 
sind der Ansicht, daß ein 
großer Teil der Bevölke 
rung des Alkohols bedarf 
als Zusatz zu ihrem groben 
und einförmigen Essen 
ihres Magens wegen. Er 
wirkt appetitanregend 
wie die Gewürze. Ferner 
sagt auch Hofrat Pro- 
fessorDr. Vierordt,Heidel 
berg: „Mäßiger Alkohol 
genuß schafft dem Geist 
und Gemüt Erholung.“ 
Professor Dr. Hauser, 
Erlangen, spricht sich da 
hin aus, daß die moderne 
Alkoholfurcht, die jeden Alkoholgenuß verbietet, eine ganz unverständliche Übertreibung sei. 
Niemand wird bestreiten, daß übermäßiger Alkoholgenuß schädlich wirken kann und daß, namentlich 
die arbeitenden Klassen, vor den Folgen des übermäßigen Genusses von stark alkoholhaltigen Getränken 
bewahrt werden müssen, aber niemals darf sich der Kampf gegen den mäßigen Genuß des Bieres richten, 
der schon infolge der heutigen Braugesetze und der vollendeten Brautechnik die Unschädlichkeit verbürgt. 
Nicht Enthaltsamkeit ist das richtige, sondern Mäßigkeit, aber nicht nur im Biertrinken, sondern auch im 
Essen, wie überhaupt in allen Dingen. 
Die Wandlungen der Brautechnik hat auch die jetzt unter der Firma F. A. Ulrich in Ueipzig betriebene
	        
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