Full text: Volkswirtschaftspolitik

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Güterumsatzpolitik. 
beeinflußt durch die jeweilig vorhaitdenen Grundlagen der 
volkswirtschaftlichen Betätigung. Die Schutzzölle sind von der 
Handelspolitik fast aller wichtigeren Staaten ausgiebig ver 
wertet worden. In den 60er und 70er Jahren des 19. Jahr 
hunderts waren sie etwas zurückgetreten, sind aber seit Ende 
der 70 er Jahre wieder in wachsendem Umfange verwendet 
worden. Sie stellen die wichtigste Form der handelspolitischen 
Verwertung der Zölle dar. 
Wenn die Handelspolitik auf Schutzzölle verzichtet — was 
die Anwendung von anderen Arten der handelspolitischen 
Verwertung und von Finauzzöllen keineswegs ausschließt — 
so folgt sie der Freihandelsrichtung, wie sie namentlich 
von Adam Smith und seiner Schule befürwortet wurde und 
wird. Ihr steht gegenüber die Schutzzollrichtung. Sie 
kann sich auf Gewerbeschutz (Friedrich List) oder auf Land 
wirtschaftsschutz beschränken oder beides ins Auge fassen. Sie 
kann den Schutzzoll in grundsätzlicher Verallgemeinerung an- 
ivenden oder aber die einzelnen Fälle, in denen ein Schutz 
bedürfnis zutage tritt, für sich auf Grund sorgfältiger Prü 
fung und Abwägung aller einschlägigen Verhältnisse und der 
zu erwartenden Vorteile und Nachteile behandeln. Wie das ' 
Schutzzollweseu auszugestalten ist, hängt völlig von dem Zu 
stand und den Bedürfnissen der einzelnen Volkswirtschaft in 
einer gegebenen Zeit ab. Dasselbe gilt für die Frage, ob 
überhaupt die Anwendung von Schutzzöllen angemessen ist 
oder nicht. Weder für die Freihandels- noch für die Schutz 
zollrichtung kann eine allgemeine und unbedingte Geltung 
beansprucht werden. Alle großen Staaten — England ein 
geschlossen — haben je nach den vorliegenden Bedürfnissen 
mit den handelspolitischen Maßnahmen gewechselt und wer- ■ 
den auch künftig wechseln müssen. Auch zu derselben Zeit sind 
die einzelnen Länder nicht gleichmäßig vorgegangen. Jeder 
Überblick über die heutigen Verhältnisse zeigt ebenfalls ein
	        
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