Full text: Versicherung und Wirtschaft

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Wenn somit das Versicherungsrisiko in den Mittelpunkt 
gestellt ist, so bedeutet dies — im Gegensatz zu Ehren- 
berg, G °) — daß es genügt, „wenn die Ungewißheit unmittel 
bar bloß die Höhe des Versicherungsentgelts berührt, während 
die Versicherungsleistung durchaus gewiß bleibt," wenn sie nur 
das wirtschaftliche Verhältnis der beiden Vertragsleistungen be 
trifft. Aber diese Eventualität ,,die Ungewißheit desjenigen 
Umstandes, welcher nach dem Inhalt des Vertrags für die 
Belastung des Versicherers entscheidend oder maßgebend ist" 61 ) 
vermag die Versicherung nicht von der Lotterie zu unterscheiden, 
denn auch diese hängt „von ungewissen, das Vermögen oder 
die Person des Versicherungsnehmers oder eines Dritten be 
treffenden Umständen" ab. Deshalb hält Hupka das Siche 
rungsmotiv für die Grundlage einer einheit 
lichen B e g r i f f s b e st i m m u n g: „die Sicherungsabsicht des 
einen Kontrahenten ist das caput et kunclamentum des all 
gemeinen Begriffs der Versicherung, denn sie ist nicht nur ein 
gemeinsames und wesentliches Merkmal aller Versicherungsver 
träge, sondern zugleich das Einzige, das die Versicherungs 
geschäfte von den reinen Wagnisgeschäften scheidet." G2 ) Allen 
Versicherungsverträgen, so führt Hupka aus, liegt der Ge 
danke zugrunde, „ein Zndividium gegen die Wechselfälle der 
ungewissen Zukunft wirtschaftlich sicherzustellen." Wenn jemand 
eine Todesfallversicherung eingehe, so tue er es, um den Hinter 
bliebenen oder sich selbst eine Deckung gegen „wirtschaftliche 
Übel (Vermögensschäden oder Entbehrungen) zu verschaffen, 
die in Zukunft, sei es vor oder nach dem Todesfall, sei es 
aus einer bestimmten oder aus verschiedenen unbestimmten Ur 
sachen, entstehen können. „Bei den Erlebensversicherungen han 
delt es sich also nahezu immer ausschließlich um die Deckung 
für ungewisse, nach Ursache, Zeit und Gegenstand unbestimmte 
Bedarfsfälle, die erst nach dem Versicherungsfall für die bezugs 
berechtigte Person sich ergeben können." 
so) Im Verstcherungslexikon S. 210. 
«st Äupka a. a. O. S. 586. 
«-) a. a. O. S. 576 f.
	        
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