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zahlreiche hohe Kredite stark engagiert war, ins Wanken
geraten. Eine Katastrophe drohte, die nicht nur die Aktionäre
in ihrem Besitze schwer geschädigt hätte (das Aktienkapital der
Gewerbebank betrug nom. 1500000 M. = 1500 Stück Aktien
mit 50 % Einzahlung), sondern auch für den gesamten Kundenkreis,
der sich über den Speyrer Platz hinaus ausdehnte, verhängnisvoll
geworden wäre. Von seiten der Rheinischen Creditbank
wurde die Gefahr rechtzeitig beseitigt durch Aufnahme
des defekten Instituts unter Übernahme der Kreditoren und des
größten Teils der Debitoren. Gleichzeitig wurde eine neue
Filiale an Stelle der aufgelösten Bank errichtet. Die Gewerbebank
Speyer trat in Liquidation.
Durch dieses Einspringen in die schon aufs äußerste gefährdete
Bresche wurde dem Ruin vieler wirtschaftlich berechtigter
Existenzen vorgebeugt, was von seiten der bayrischen
Regierung dankend anerkannt wurde. Daß andererseits auch
die Rheinische Creditbank ihre Interessen zu wahren gewußt
hat, geht aus den diktatorischen Übernahmebedingungen hervor,
die zugleich die gefährdete Stellung der übernommenen Bank
beleuchten. Von dem reellen Aktienwert wurde den alten Aktionären
nur noch 10 % von der Rheinischen Creditbank vergütet,
falls sie es nicht vorzogen, auf 2 alte Gewerbebankaktien
ä 1000 M. 1 Rheinische Creditbankaktie in derselben Höhe,
10 % unter dem Tageskurs, zu beziehen. Ferner wurden auf das
mit 80000 M. zu Buch stehende übernommene Bankgebäude
weitere 25000 M zu Gunsten der Aktionäre der liquidierten
Bank gezahlt.
Wie vorauszusehen war, mußte die junge Niederlassung
anfänglich mit vielen Störungen und großen Unbequemlichkeiten
kämpfen, die aber dank des starken Rückhalts an der Zentrale
jn Mannheim bald überwunden wurden. Die Speyrer Filiale
bildete in den folgenden Jahren neben den Niederlassungen in
Pirmasens und Zweibrücken einen neuen wichtigen Stützpunkt
ihrer Geschäftsbeziehung in der bayrischen Pfalz, welche seit
Beginn des neuen Jahrhunderts immer mehr in den Aktionsradius
des badischen Kreditinstituts gezogen wurde.