Full text : Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

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Die  Präliminarien  zur  Fusion  in  die  Rheinische  Creditbank
wurden  in  den  Verhandlungen  im  Sommer  1907  abgeschlossen,
wonach  ein  enges  Freundschaftsverhältnis  zwischen  beiden
Banken  zustande  kam,  dem  ein  Jahr  später  das  völlige  Aufgehen ­
  des  über  40  Jahre  bestehenden,  für  die  gesamte  Schwarzwälder ­
  Industrie  überaus  segensreich  wirkenden  Triberger  Creditinstituts
  in  die  Rheinische  Creditbank  folgte.  Am  1.  Juli  1909
wurde  die  Fusion  perfekt.
Zum  Umtausch  der  Schwarzwälder  Bankaktien  (4  Mill.  M.)
wurden  2 1 / 3  Mill.  von  den  gleichzeitig  neu  emittierten  10  Mill.  M.
jungen  Rheinischen  Creditbankaktien  und  dazu  erworbene
165000  M.  im  Verhältnis  von  2  :  3  unter  5  °/ 0 iger  Aufzahlung
verwandt.  Die  Zentrale  in  Triberg  wurde  als  neue  Filiale  übernommen, ­
  während  die  Niederlassungen  in  Furtwangen  und  Villingen,
  Lörrach  und  Zell  i.  W.  als  Agenturen  aufrecht  erhalten
wurden,  derart,  daß  die  beiden  ersteren  der  Triberger  Filiale
unterstellt  und  die  beiden  letzteren  von  der  Freiburger  Filiale
abhängig  gemacht  wurden.
Die  Transaktion  vollzog  sich  glatt.  Die  buchmäßigen  Reserven ­
  des  Schwarzwälder  Bankvereins  wurden  zusammen  mit
dem  Fusionsgewinn  als  stille  Reserven  in  die  Bilanz  aufgenommen. ­
  Diese  Fusion  hatte  dem  Mutterinstitut  wiederum  einen
beträchtlichen  Geschäftszuwachs  zugeführt,  der  sich  in  den  immer
stetig  wachsenden  Gesamtumsätzen  deutlich  wiederspiegelt.
Noch  im  gleichen  Jahre  erfuhr  das  starke  Creditinstitut
eine  weitere  Ausdehnung  seiner  Machtsphäre  durch  Übernahme
des  schon  seit  mehreren  Jahren  in  den  Kreis  ihrer  Dezentralisations-Dispositionen ­
  einbezogenen,  im  Jahre  1874  gegründeten
Bankhauses  August  Schneider  &  Co.  in  Pirmasens,  das  schon
seit  Jahren  in  freundschaftlichem  Geschäftsverkehr  mit  ihr  stand.
Nach  längeren  Verhandlungen  wurde  dieses  Bankhaus  ebenfalls
in  eine  neue  Filiale  der  Rheinischen  umgewandelt  unter  Übernahme ­
  der  Geschäftsbeziehungen  des  alten  Instituts.  Dabei
behielt  sich  das  Mutterinstitut  vor,  von  den  übernommenen  Aktiven ­
  und  Passiven  die  ihr  nicht  genehmen  Konten  mit  einer
halbjährigen  Kündigungsfrist  auszuscheiden.
            
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