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Dieser geschilderte Großbetrieb gibt uns ein klares Bild
der Verhältnisse wie sie in den drei anderen Schuhfabriken,
welche die Gewerbestatistik der Stadt München als Gehilfebetriebe
mit über 50 Personen uns noch nennt, ganz ähnlich
sein werden, wenn auch die Zahl und Art der aufgestellten
Maschinen je nach der Menge der beschäftigten Arbeiter und
der .Warensorte, welche vorwiegend hergestellt wird, ganz
verschiedene sind. Es erübrigt sich daher für uns näher darauf
einzugehen.
Zu den ureigensten Zweigen der Münchener Großindustrie
gehört dieoptischelndustrie, welche an Umfang und Bedeutung
stets unmittelbar hinter die Bierindustrie eingereiht
wurde, da sich in ihr die Ansicht vieler bewahrheitet, daß München
hauptsächlich der Platz für Qualitätsindustrie sei und bleibe.
Bayern und vor allen München, die Arbeitsstätte Frauenhofers,
des Begründers der neuzeitlichen Optik, war bis zu Beginn
der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts der Hauptplatz
der optischen Jndustrie in Deutschland; in diesen Jahren wurde
es jedoch von einigen norddeutschen Städten wesentlich überholt,
bis vor einem Jahrzehnt der Stadt München durch die
ständige und rasche Entwicklung der optischen Fabriken
G. Rodenstock der alte Vorrang in gewissem Sinne
wieder zurückgegeben wurde und es ist tatsächlich ein Verdienst
dieser Firma, wenn die Münchener optische Industrie
heute wie ehemals Weltruf besitzt. Den Kern dieser Industrie
bildet, mit verwandten Produktionszweigen kombiniert, die
Optik, d. i. in diesem Falle die Herstellung von Linsen, Spiegeln,
Prismen und Linsenkombinationen zu astronomischen und
anderen wissenschaftlichen Zwecken, sowie zu photographischen
Apparaten, auch die Herstellung von Brillengläsern.
Wir wollen an dieser Stelle nur die Namen der bedeutendsten
Firmen anführen, in denen der Vereinigung von Wissenschaft
und Industrie eine hervorragende Stätte bereitet wird,
auf die München stolz sein kann. Es sind dies die Firmen
C. A. Steinheil Söhne, A. Hch. Rietzschel, Reinfelder und Hertel,
Dr. Stähle u. Co., alles optische Anstalten und Fabriken, deren
Instrumente und Apparate längst einen Weltruf besitzen; unter
ihnen ist die optisch-astronomische Werkstätte von C. A. Stein