fullscreen : Abriss einer Geschichte der Theorie von den Produktionsfaktoren

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ihn  kurz  bezeichnen  wollen:  die  sekundären  Produktionsverfahren.  Auf
Natur,  Arbeit  und  Kapital  läßt  sich  alles  zurückführen*),  aber  es
wäre  falsch,  wollte  man  annehmen,  daß  unter  allen  Umständen  eine
gleiche  Menge  von  ihnen  auch  eine  gleiche  Menge  Produkte  hervorbringen ­
  müßte,  daß  also  das  Verhältnis  zwischen  auf  gewandten  Produktionsfaktoren ­
  und  erhaltenem  Produkt  ein  konstantes  sei.  Daß
dies  nicht  der  Fall  ist,  ist  augenscheinlich  und  auf  natürliche
Ursachen  zurückzuführen,  so  sehr  sich  auch  Rodbertus  und  Marx
bemüht  haben,  das  Gegenteil  zu  beweisen.  Mill  glaubt  die  Erklärung
in  den  von  uns  so  genannten  sekundären  Produktionsfaktoren  entdeckt
zu  haben.  Sie  sind  keine  ursprünglichen  Kräfte,  sondern  auf  die
drei  Grundfaktoren,  zum  Teil  auch  auf  Verbindungen  mit  ihnen  zurückzuführen. ­
  Ihr  Charakteristikum  ist,  daß  sie  allein  nicht  imstande  sind,
auch  nur  die  geringste  „Nützlichkeit  zu  schaffen“,  wie  Mill  sich  ausdrückt ­
  ;  worin  sich  ihr  Einfluß  auf  die  Produktion  zeigt,  ist  dies,  daß
sie  je  nachdem  eine  größere  oder  geringere  Produktivität  von  Naturkraft, ­
  Arbeit  und  Kapital  verursachen  können.  Wir  wollen  die
hauptsächlichsten  dieser  sekundären  Produktionsfaktoren  folgen  lassen:
das  Klima  z.  B.  ist  sicherlich  nicht  geeignet,  selbsttätig  irgendwie
einen  Wert  hervorzubringen,  wohl  aber  kann  es  die  Fruchtbarkeit
eines  Landes  im  günstigen  Sinne  beeinflussen  oder  sie  andererseits
abschwächen,  schließlich  sogar  in  den  hohen  Breiten  eine  an  sich
vorhandene  Fruchtbarkeit  vollständig  illusorisch  machen.  Die  geographische ­
  Lage  wird  ferner  auch  unter  diese  „natürlichen  Vorteile“,  wie
Mill  sie  nennt,  zu  zählen  sein;  der  Unterschied  der  Lage  am  Meer
z.  B.  gegenüber  der  Binnenlage  eines  Industrieortes  ist  zu  einleuchtend,
als  daß  er  näherer  Ausführung  bedarf.  Neben  den  der  Natur  nahestehenden ­
  sekundären  Produktionsfaktoren  wären  als  Verwandte  der
Arbeit  zu  erwähnen:  Geschicklichkeit,  Mäßigkeit,  Zuverlässigkeit,
Ehrlichkeit  im  Handelsverkehr  und  ähnliches  mehr.  Und  um  das
Bild  vollständig  zu  machen  sei  auch  noch  der  Staat  angeführt,  dem
eine  große  Reihe  solcher  sekundären  Produktionsfaktoren  zu  verdanken ­
  ist,  wie  Sicherheit,  Schutz,  Bestrafung  der  Verbrecher  und
anderes  mehr.
Sie  alle  sind  von  der  höchsten  Wichtigkeit  und  lassen  sich
andererseits  weder  selbst  in  ihrer  Entstehung  restlos  auf  die  ursprünglichen ­
  Produktionsfaktoren  zurückführen,  noch  kann  man  ihren  Einfluß
auf  den  Produktionsprozeß  als  einen  selbständigen  gelten  lassen.

‘)  Mill,  a.  a.  0.,  I,  120.
            
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